Die Palästinenser diskutieren die Ausrufung eines eigenen Staates. Doch der Plan hat keine Chance - und birgt viele Gefahren.
Im Vergleich zu den Wirrnissen im Nahen Osten scheint es, als sei der Gordische Knoten leicht zu lösen gewesen. Unzählige Kluge und Mächtige haben in den vergangenen Jahrzehnten versucht, den Konflikt zu beenden. Doch weder Waffen noch Worte haben gewirkt, im Gegenteil: Jeder neue Anlauf bringt neue Probleme. Dabei gäbe es einen einfachen Weg: Die Palästinenser, die doch schon eine Fahne haben und einen Präsidenten, rufen im Alleingang ihren Staat aus.
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Der palästinensische Chef-Unterhändler Saeb Erekat hat vorgeschlagen, die Palästinenser sollten im Alleingang ihren Staat ausrufen. (© Foto: AP)
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Eben diesen Weg hat nun der palästinensische Chef-Unterhändler Saeb Erekat aufgezeigt - nicht zum ersten Mal, aber erneut mit viel Resonanz. Statt sich weiter im Kleingedruckten zu verzetteln, statt aufzurechnen, wie viele Siedlungshäuser noch gebaut und welche Straßensperren wann gelockert werden, bevor über einen Gesprächstermin geredet werden kann, schlägt Erekat die ganz große Lösung vor: eine einseitige Unabhängigkeitserklärung der Palästinenser, die der UN-Sicherheitsrat absegnen soll.
Da nicken die Araber beifällig, die Israelis werden nervös, die Maschinerie von gegenseitigen Drohungen kommt in Gang - nur der Westen schweigt, und das sagt viel. Dieses Thema nämlich ist höchst unangenehm für Washington, Berlin und Co., weil - theoretisch - manches dafür sprechen könnte, Erekats Plan zu unterstützen. Denn die Palästinenser täten mit einer Staatsgründung nichts anderes, als die internationale Gemeinschaft beim Wort zu nehmen.
Diesen eigenen Staat hat man ihnen fest versprochen. Schon 1993 im Frieden von Oslo war er das Ziel, und bis heute ist die Zwei-Staaten-Lösung die Grundlage aller Friedensbemühungen. US-Präsident Barack Obama hat sich darauf ebenso verpflichtet wie Israels Premier Benjamin Netanjahu. Überdies können die Palästinenser den Westen auf einen Präzedenzfall hinweisen, wenn man ihnen vorhält, dass im Alleingang kein Staat zu machen sei: In der früher serbischen Provinz Kosovo haben die Albaner im Februar 2008 gegen heftigen Widerstand aus Belgrad und Moskau ihre Unabhängigkeit erklärt. Postwendend ist dieser Schritt von den USA und den meisten Europäern unterstützt worden.
Verhandlungen erfordern Kompromisse
De jure stünde den Palästinensern wohl das gleiche Recht zu wie den Kosovaren, de facto allerdings hat ihr Plan keine Chance. Das wissen sie auch selbst, seit Jassir Arafat 1988 das erste Mal mit einer Unabhängigkeitserklärung auftrumpfen wollte. Denn anders als die von Nato-Truppen befreiten Albaner wären die Palästinenser derzeit gar nicht in der Lage zur Staatsgründung - und das nicht nur, weil in einem Großteil ihres Landes immer noch israelische Soldaten stehen. Ihr eigener Premierminister Salam Fajad hat verkündet, dass vor der Ausrufung erst einmal funktionierende Institutionen geschaffen werden müssten. Überdies ist der Staat in spe derzeit in zwei feindliche Entitäten zerfallen. Ohne Einigung zwischen der Fatah in Ramallah und der Hamas in Gaza aber bräuchten sich die Palästinenser zwecks Anerkennung gar nicht an die UN zu wenden, denn eine Drei-Staaten-Lösung wäre wohl in niemandes Sinne.
Dennoch muss das Staatsmanöver der Palästinenser nicht ohne Wirkung verpuffen. Eine Chance liegt darin, mit gesteigertem Druck neue Verhandlungen zu erzwingen. Es kann gewiss nicht schaden, Israel zu signalisieren, dass im Streit um den Siedlungsbau auch andere Lösungen denkbar wären. Andererseits birgt die Drohung der Palästinenser mit einem Alleingang auch eine Gefahr: Verhandlungen erfordern Kompromisse, und dafür bräuchten beide Parteien druckvolle Nachhilfe aus Washington. Bislang ist aber auf keiner Seite die Neigung sichtbar, von Maximalforderungen abzurücken. Israel zahlt längst mit gleicher Münze zurück, und aus der gegenseitigen Androhung einseitiger Schritte könnten irgendwann zwangsläufig Fakten werden. Dann könnten den Wortgefechten neue Kämpfe folgen.
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(SZ vom 17.11.2009/segi)
Die Ärzte in München
Die sog. moderaten arabischen Staaten sind der USA+EU+Israel hörig. Sie sind Marionetten deren Politik und werden mit wirtschaftlichen Geschneke des Westens bereichert um nur die Stimme ihrer Herren zu folgen. Und das ist eben die Unmoralität höchster Potenz.
Die Devise der o.g. Demokratien heißt " hörst Du auf mich dann wirst Du reich und sicher und Du darfst machen , was Du willst. Mafiamentalität ist nicht anders.
Man fragt sich manchmal wirklich, warum Israel eigentlich alles darf, was andere nicht dürfen? Besitz von Atomwaffen,Sonderrechte zur völkerrechtswidrigen Tötung von angeblichen Terroristen, Ermordung von Verdächtigen im Ausland durch den Mossad, Diebstahl von Land und Wasser in Palästina - alles in Ordnung! Wenn irgendjemand hierzulande nochmal nach den Ursachen von Antisemitismus und Israelfeindlichkeit fast überall auf der Welt fragt, dürfte die Antwort leicht fallen! Israel erinnert immer mehr an den Apartheidsstaat Südafrika - nur dass die Schwarzen dort die Palästinenser sind, die systematisch unterdrückt werden.
Man ist das platt - als ob es immer nur um Geld, irgendwelche bösen Profitgeier und sonstwas gehen würde... kann es nicht auch ein ganz normaler Konflikt zwischen zwei Völkern auf engstem Raum sein?
Man muss nicht erst auf das Kosovo hinweisen,es wurde ja 1912 von Serbien gewaltsam erobert ! Nun Israel wurde 1948 auch mit der Mehrheit der UNO gegruendet,dass sollte nicht vergessen werden,die Folge war aber auch ein 61 jaehriger Krieg,mit Leid und Elend auf allen Seiten. Frage was sollten denn die Palestinener denn machen ? Machen sie nichts,werden sie aus ihren eigenen Land verdraengt werden. Denn das Westjordanland,gehoert nicht zu den 1948 gegruendeten Israel,dass weiss man in Jerusalem ganz genau,ebenso der Gaza Streifen. Was die Palestinenser betrifft,ihre Uneinigkeit ist die Staerke Israels,auch das weiss man und will diesen Status so lange wie moeglich erhalten. Die USA die koennten,wenn sie dann wollten und die Europaerer,die nicht koennen wie sie auch gerne wollten,denen bleibt die Rolle des Zuschauers. Also heisst es weiter heucheln und allen Zustimmen was aus Jerusalem kommt,sonnst kommt die grosse Nazikeule und haut alle Argumente kaputt, wie gehabt. Oder sollte ich mich da irren? Wenn ja,sagen sie es mir bitte.
sind Sie so naiv oder tun Sie nur so?
Warum wird es wohl keinen Frieden dort geben? Ob mit oder ohne Staatsgruendung der Palestinenser ...
Geld regiert die Welt und mit Waffengeschaeften laeßt sich freilich das meiste Geld scheffeln.
Oder schauen Sie doch einfach in die Vergangenheit. Wer gab den Israelis denn Land zur Gruendung eines eigenen Staates und vertrieb damit die Palestinenser aus dem damals eigenen?
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