Angestrengte Freundlichkeit: Israels Premier Netanjahu, Palästinenser-Präsident Abbas und US-Präsident Obama beim Dreier-Gipfel auf der Suche nach Frieden.
In die Hand versprochen haben sich die Führer Israels und der Palästinenser, gemeinsam nach einem Frieden im Nahen Osten zu suchen: Premier Benjamin Netanjahu und Präsident Machmud Abbas begrüßten sich in New York mit angestrengter Freundlichkeit, ehe sie sich am Dienstag zusammen mit US-Präsident Barack Obama zu einem Dreier-Gipfel hinter verschlossenen Türen zurückzogen.
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US-Präsident Obama (M) zusammen mit Israels Premier Benjamin Netanjahu (l) und Präsident Machmud Abbas beim Dreier-Gipfel in New York. (© Foto: dpa)
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Obama wandte sich mit einem Appell an beide Konfliktparteien: "Die Zeit ist vorbei, über den Beginn von Verhandlungen zu reden. Es ist Zeit, weiter vorwärts zu gehen." Netanjahu und Abbas sollten sofort mit Gesprächen über "einen gerechten, haltbaren und umfassenden Frieden" beginnen. Ziel sei eine Zwei-Staaten-Lösung, samt Kompromissen über einen Grenzverlauf zwischen Israel und einem Palästinenserstaat. Außerdem müsse eine Lösung über den Status Jerusalems erarbeitet werden. "Trotz aller Hindernisse, trotz aller Geschichte, trotz all des Misstrauens - wir müssen einen Weg nach vorn finden," fügte Obama hinzu.
Aus Kreisen der israelischen wie der palästinensischen Delegationen hieß es allerdings, man knüpfe nur geringe Erwartungen an den Dreiergipfel. Auch US-Diplomaten hatten betont, niemand hoffe auf sofortige Ergebnisse oder gar Durchbrüche. Allerdings forderte Obama klare Schritte von beiden Seiten: Die Palästinenser müssten energischer gegen antisemitische Hetze vorgehen, während Israel den Bau neuer Siedlungen im Westjordanland "eindämmen müsse". Bisher hatte die US-Regierung kategorisch einen totalen Stopp aller Neubauten in jüdischen Siedlungen gefordert.
Zudem verpflichtete der US-Präsident Israelis und Palästinenser auf einen ehrgeizigen Zeitplan für weitere Verhandlungen. Er erwarte, dass Netanjahu und Abbas ihre Chefunterhändler in der kommenden Woche nach Washington schickten. Dort werde George Mitchell, der US-Sondergesandte für den Nahen Osten, die Gespräche führen. Bis Mitte Oktober solle Außenministerin Hillary Clinton ein Zwischenergebnis vorlegen.
Durch dieses Prozedere macht der Präsident den Friedensprozess mehr denn zu seinem persönlichen Anliegen. Er sei entschlossen, so Obama, "in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren" den Frieden voranzutreiben. Eine Lösung des Konflikts sei nicht nur entscheidend "für Israelis und Palästinenser, sondern für die Welt".
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(SZ vom 23.09.2009/ehr)
Müll am Fluss
Wie schön ein neuer Foto Termin für den charismatishen US Präsidenten! Nun ja, nachdem der US Vermittler Mitchel "gescheitert" ist und Israel trotz der eigenen Zusagen die in der Roadmap und in Annapolis von Israel unterzeichnet wurden - besteht Israel weiter darauf in den 1967 eroberten Gebieten jüdische Siedlungen zu bauen.
Im "Standard" aus Österreich lesen wir nun aktuell (23.09):
"In einem CNN-Interview am Dienstagabend (Ortszeit) sagte Netanyahu, seine Regierung würde sich jederzeit wieder mit den Palästinensern an den Verhandlungstisch setzen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Palästinenser ihre Forderung nach einem sofortigen Baustopp israelischer Siedlungen in Ostjerusalem und im Westjordanland zurückzögen. Die Siedlungsfrage könnte im Rahmen der Friedensgespräche erörtert werden. Als Vorbedingung für den Neustart der Verhandlungen käme ein Baustopp für sein Land nicht infrage."
Israel will also tatsächlich verhandeln - aber selbst ein Baustopp kommt nicht in Frage!
Dazu soll natürlich Israel explizit als "jüdischer Staat" anerkannt werden. Heisst dass nun, das über ein viertel aller israelischen Bürger verleugnet werden sollen? Oder bestehen hier schon konkrete Pläne für eine "Umsiedlung" wie sie schon Liebermann vorgeschlagen hatte???