Der israelische Ministerpräsident Netanjahu zeigt sich bereit zu neuen Friedensverhandlungen mit den Palästinensern - allerdings ohne deren Vorbedingungen zu erfüllen. Die neue Friedensinitiative des Nahost-Quartetts sieht für die Verhandlungen einen strikten Zeitplan vor.
Israel hat den jüngsten Vorstoß des Nahost-Quartetts für einen Friedensschluss bis Ende 2012 grundsätzlich akzeptiert. Das Land begrüße den Vorschlag der Vierergruppe, sich ohne Vorbedingungen mit den Palästinensern an den Verhandlungstisch zu setzen, erklärte die Staatskanzlei in Jerusalem.
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Eine dürre Mitteilung kam aus dem Büro des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu: Man akzeptiere den jüngsten Vorstoß des Nahost-Quartetts. Doch die Vorbedingungen der Palästinenser für neue Verhandlungen lehnt Israel weiter strikt ab. (© dpa)
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Die Vorbedingungen der Palästinenser für neue Verhandlungen, einen vollständigen Siedlungsstopp sowie die Festlegung der Grenzen vor dem Sechstagekrieg von 1967 als Basis für Gespräche, lehnt Israel allerdings weiter strikt ab. Weiter hieß es in der Mitteilung aus dem Büro von Premier Benjamin Netanjahu, dass Israel nun auch die palästinensische Autonomiebehörde aufrufe, den Plan ebenfalls anzunehmen und ohne Aufschub direkte Gespräche mit Israel zu beginnen.
Die Palästinenser wiederholten ihrerseits die Forderung nach Verzicht auf neue israelische Siedlungen in den besetzten Gebieten. Das sei die Voraussetzung für Gespräche mit Israel, erklärte ein Sprecher von Präsident Mahmud Abbas.
Das aus den USA, Russland, der EU und den Vereinten Nationen bestehende Quartett hat die Konfliktparteien aufgerufen, innerhalb eines Monats die Friedensgespräche wieder aufzunehmen und bis Ende kommenden Jahres eine Einigung zu erzielen. Es reagierte damit auf den umstrittenen Antrag des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas, einen unabhängigen Palästinenserstaat als Vollmitglied der Vereinten Nationen aufzunehmen.
Die Initiative sieht vor, dass Israel und die Palästinenser binnen eines Monats und ohne Vorbedingungen direkte Gespräche aufnehmen. Nach drei Monaten sollen beide Seiten Vorschläge für den Verlauf der Grenzen und Sicherheitsgarantien vorlegen. Bis Ende kommenden Jahres soll eine endgültige Übereinkunft erzielt worden sein.
Der Vorstoß des Quartetts soll eine Eskalation des Streits über den UN-Antrag verhindern. Nach Ansicht der USA und Israels kann eine solche Entscheidung erst nach Abschluss eine Friedensvertrags gefällt werden. Die USA haben angekündigt, den palästinensischen Antrag mit ihrem Veto im UN-Sicherheitsrat zu stoppen.
Nach der israelischen Weigerung, ein Moratorium zum Siedlungsbau zu verlängern, waren die Friedensverhandlungen voriges Jahr auf Eis gelegt worden. Der jüngste Vorstoß des Quartetts wird durch die Entscheidung Israels kompliziert, in Gilo am Südrand Jerusalems 1100 Wohnungen zu bauen. Der stellvertretende israelische Ministerpräsident Silwan Schalom betonte auch am Sonntag, der Bau in Jerusalem stehe "auf keinen Fall zur Verhandlung"
"Schwere Vertrauenskrise" mit Deutschland
Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Netanjahu am Freitag angerufen und erklärt, ihr fehle jegliches Verständnis für den Bauplan in Gilo. Die israelische Zeitung Haaretz titelte daraufhin am Sonntag mit einem Bericht über eine "schwere diplomatische Krise" zwischen Deutschland und Israel. Merkel habe Netanjahu vorgeworfen, die neuen Baupläne seien eine "Provokation".
Das Blatt zitierte einen namentlich nicht genannten israelischen Beamten, der von einer "schweren Vertrauenskrise" sprach. Dies stelle nun eine Reihe gemeinsamer Projekte auch im Sicherheitsbereich in Frage. Ranghohe deutsche Vertreter hätten ihren israelischen Kollegen gesagt, Merkel sei "wutentbrannt" und glaube Netanjahu "kein Wort mehr".
Netanjahus Büro teilte hingegen am Sonntag mit, die Beziehungen mit der deutschen Regierung seien weiterhin "gut und eng". "Wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, werden sie auf freundliche Art und Weise gelöst", hieß es in der Mitteilung.
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(dpa/dapd/Reuters/AFP/hai)
Debatte über Militäreinsatz in Syrien
Im Zuge des Oslo-Abkommens versicherte der spätere Friedensnobelpreisträger Arafat in einem Brief vom 22.01.1998 umfassende Änderungen der Pal. National Charta, da die Anerkennung Israels ein wesentlicher Bestandteil des Friedensplans, wie übrigens auch der vielzitierten UN Resolution 242 sei.
Heute findet man auf der UN-Internetpräsenz der Ständigen Beobachtergruppe der Palästinenser am Sitz der Vereinten Nationen die besagte Nationalcharta, in der es unmißverständlich heißt:
"Art. 1 Palestine is the homeland of the Arab Palestinian people; it is an indivisible part of the greater Arab homeland, and the Palestinian people are an integral part of the Arab nation."
"Article 9: Armed struggle is the only way to liberate Palestine. This is the overall strategy, not merely a tactical phase."
"Article 15: The liberation of Palestine, from an Arab viewpoint, is a national (qawmi) duty and it attempts to repel the Zionist and imperialist aggression against the Arab homeland, and aims at the elimination of Zionism in Palestine."
Hierzu passt eine Stellungnahme Azzam al-Ahmeds von Anfang Juni dieses Jahres:
"Fatah has never recognized Israel’s right to exist and will never do so, according to Azzam al-Ahmed, member of the Fatah Central Committee, who is closely associated with Palestinian Authority President Mahmoud Abbas. Asked whether Fatah had asked with Hamas about recognizing Israel, the senior Fatah official said: “Fatah has not recognized Israel. I challenge anyone who says that the case if otherwise, whether it’s Hamas or others."
Aber schön, dass die SZ vor allem den Bau von 1100 weiterer Wohneinheiten im ganz überwiegend jüdisch bewohnten Süd-Jerusalemer Stadtteil Gilo als Hindernis für den Frieden ausmacht. Und schön, dass die SZ nun eine - wenn auch dürre - Bewegung bei Netanjahu ausmacht. Dann sollte dem Frieden doch eigentlich nix mehr im Weg stehen, oder?
"Fatah has never recognized Israel’s right to exist and will never do so, according to Azzam al-Ahmed, member of the Fatah Central Committee"
"Israel sagt Ja zu Verhandlungen ohne Vorbedingungen"
Bedeutet, wir bauen munter weiter illegale Siedlungen entgegen UN-Resolutionen und Völkerrecht, verweigern Ostjerusalem und die Grenzen von 1967, trotz palästinensicher Option zum Landtausch, OBWOHL all dies seit Jahrzehnten die GRUNDLAGE einer Zweistaatenlösung ist.
Ein kristallklarerer Beweis ist nicht nicht nötig, das es ISRAEL ist, das den Frieden sabotiert und eine Zweistaatenlösung zu verhindern sucht, wie seit über 40 Jahren, wegen dem Ziel Grossisrael.
Fazit. wie schon mehrfach erwähnt, Israel wird man nur noch durch Boykott und massive Sanktionen zum Frieden zwingen können/müssen, auch an der vasallischen "Schutzmacht" USA vorbei.
Was soll ein Netanjahu "verhandeln"? ALLES, was der tut zeigt wie er drauf ist. Bekommt von Obama das Veto gegen einen Palästinenser-Staat nachgeschmissen, aber das reicht ihm nicht - nein, er muß auch noch Obama und den Rest seiner sogenannten "Freunde" damit demütigen und international vorführen, daß er unmittelbar darauf weitere illegale Siedlungsprojekte ankündigt.
Mit solchen zynischen, "verzogenen" Leuten an der Macht kann es nicht gut weitergehen.
Die USA und Deutschland haben jahrzehntelang dazu beigetragen, daß Israel anders als andere nicht darauf angewiesen ist, sich eines höflichen Benehmens seinen Nachbarn gegenüber zu befleissigen - es werden ja konstant Milliarden, und tausende Tonnen Waffen und Munition nachgeliefert. Ich empfehle das Video "Shocking Facts on Israel & Palestine" von TYT auf YouTube - ist ein ziemlicher Augenöffner.
Um seine Glaubwürtdigkeit wieder herzustellen (wenn dies überhaupt möglich ist) muss Merkel halt die "Zuwendungen" an Israel erhöhen.
Ein Milliarde p.a. ist eben doch etwas mickrig.
"Merkel habe Netanjahu vorgeworfen, die neuen Baupläne seien eine "Provokation"....und glaube Netanjahu "kein Wort mehr".
Unsere Kanzlerette ist eine Blitzmerkelin! :-))))