Auch wenn die Hisbollah erneut Raketen abschoss, bleibt es im Libanon doch weitgehend ruhig. Die israelische Armee erwiderte den Beschuss nicht.
Nach mehr als einem Monat Krieg mit etwa 1100 Toten verstummten am Montagmorgen im Libanon und in Israel die Waffen. Trotz der israelischen Warnung vor möglichen weiteren Angriffen gegen die Hisbollah machten sich tausende libanesische Flüchtlinge in langen Autokolonnen in ihre Heimatorte im Südlibanon auf. Die Atmosphäre in Israel blieb gespannt.
Israelische Soldaten ziehen sich aus dem Libanon zurück. (© Foto: Reuters)
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Nach einem Bericht des libanesischen Rundfunks zog sich eine "begrenzte Zahl" israelischer Soldaten aus dem Südlibanon zurück.
Hisbollah-Milizen schossen erneut Raketen ab. Rund ein dutzend Geschosse seien in der Nacht bei israelischen Stellungen im Südlibanon eingeschlagen, sagte ein israelischer Armeesprecher.
Es handelt sich um den ersten Raketenbeschuss durch die Hisbollah seit dem Inkrafttreten der Waffenruhe. Die israelischen Soldaten hätten den Beschuss nicht erwidert. Die Raketen hätten niemanden verletzt und keine Schäden verursacht. Beim einzig weiteren schwereren Zwischenfall waren nach israelischen Angaben vier Hisbollah-Kämpfer getötet worden, die angeblich israelische Soldaten angegriffen hatten. Die Hisbollah jedoch bestritt die Vorfälle.
Bei der Explosion von Blindgängern im Dorf Ansar und in der Region Nabatija starb ein Zivilist, zwölf Menschen wurden verletzt. Der Beschuss des Südlibanon in der Nacht zum Dienstag mit Raketen wurde von der israelischen Armee nach Angaben des britischen Fernsehsenders BBC nicht als Bruch der Waffenruhe angesehen. Der Vorfall werde deshalb auch keine Konsequenzen haben, hieß es.
Hisbollah-Führung soll weiter bekämpft werden
Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert kündigte im Parlament an, die Hisbollah-Führung werde weiter "an jedem Ort und zu jedem Zeitpunkt" verfolgt.
US-Präsident George W. Bush bezeichnet in einer ersten Reaktion die Schiiten-Miliz als Verlierer des Konflikts.
Hisbollah-Chef Scheich Hassan Nasrallah hatte zuvor dagegen von einem "strategischen Sieg" gegen Israel gesprochen.
Keine Zusagen für die UN
In der Hafenstadt Tyrus trafen erstmals seit Tagen zwei UN- Hilfskonvois mit Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten ein. Nach Angaben des Internationen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sind im Libanon insgesamt zwischen 400.000 und 450.000 Flüchtlinge auf Hilfsleistungen angewiesen.
UN-Generalsekretär Kofi Annan äußerte sich erleichtert darüber, dass die Waffenruhe wohl "im Großen und Ganzen" halte. Nun laufen die Verhandlungen am Sitz der UN in New York auf Hochtouren, um die in einer Resolution des Sicherheitsrats beschlossene internationale Truppe möglichst bald auf die Beine zu stellen.
Die Vereinten Nationen hätten bisher keine "spezifischen Zusagen", sagte Stephane Dujarric, Sprecher von UN-Generalsekretär Kofi Annan. Die Diskussionen würden aber fortgeführt. Annan sprach mit dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana sowie mit französischen und anderen Regierungsvertretern.
Die UN-Resolution 1701 sieht den Abzug der israelischen Armee aus dem Süden des Libanons vor. Stattdessen sollen dort 15.000 libanesische Soldaten stationiert werden, denen eine ebenso hohe Zahl von Blauhelm-Soldaten zur Seite stehen sollen. Bisher sind in der Region nur rund 2000 UN-Soldaten vertreten.
(AFP/dpa)