Naher Osten Fronten verhärten sich

Die Krise zwischen Iran und Saudi-Arabien weitet sich aus: Nun hat auch Kuwait seinen Botschafter aus Iran abgezogen, zuvor ergriffen andere Verbündete der beiden Staaten bereits ähnliche Schritte.

Die Krise zwischen Saudi-Arabien und Iran sowie weiteren Staaten der Region weitet sich aus. Kuwait zog am Dienstag als fünftes Land der Region seinen Botschafter aus Iran ab. Unterdessen verteidigte Saudi-Arabien vor den Vereinten Nationen die Massenhinrichtung von 47 Menschen, die die schwere diplomatische Krise in der Region ausgelöst hatte.

Das Außenministerium in Kuwait-Stadt begründete den Abzug seines Botschafters mit den Angriffen auf die diplomatischen Vertretungen Saudi-Arabiens. Diese seien ein "Bruch internationaler Vereinbarungen" und eine Verletzung der iranischen "Pflicht, die Sicherheit diplomatischer Vertretungen" zu garantieren. Nach Saudi-Arabien hatte am Montag auch Bahrain seine Beziehungen zu Iran abgebrochen. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate sowie der Sudan zogen ihre Botschafter aus Teheran ab.

Die Regierung in Teheran erklärte, der Abbruch diplomatischer Beziehungen durch Saudi-Arabien und seine "Vasallen" werde "keine Auswirkungen auf die Entwicklung Irans haben". Saudi-Arabien selbst werde unter dem Abbruch der Beziehungen "leiden", sagte Regierungssprecher Mohammed Bagher Nobacht. Der Golfkooperationsrat will am Samstag in Riad über die Botschaftsangriffe beraten, bevor am Sonntag die Außenminister der Arabischen Liga zu einem Krisentreffen in Kairo zusammenkommen.