Die Nachzählung in Husum hat Folgen für die Kieler Koalition: Sie muss ein Mandat an die Linke abgeben und hat deswegen nur noch eine knappe Mehrheit.
Der Landtag in Kiel kommt nicht zur Ruhe. Ende September des letzten Jahres wurde das Parlament neu gewählt, CDU und FDP konnten sich als Sieger feiern lassen und Ministerpräsident Peter Harry Carstensen bildete schon wenig später seine Wunschregierung mit den Liberalen.
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Landeswahlleiterin Manuela Söller-Winkler (© Foto: dpa)
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Jetzt aber schrumpft die Mehrheit von Schwarz-Gelb auf die denkbar knappste Marge von nur einer Stimme. Die Nachzählung für den Wahlbezirk Husum 3 bringt der Linkspartei einen weiteren Sitz im Kieler Parlament, die FDP dürfte dieses Mandat verlieren.
Das in Kiel unter Führung der Landeswahlleiterin Manuela Söller-Winkler sicherheitshalber gleich zwei Mal ausgezählte Ergebnis muss nun nur noch vom Landtag entsprechend korrigiert werden. Dann wird die Abgeordnetenzahl der Linken auf sechs steigen, die der FDP auf 14 sinken.
Für Carstensens Regierung hat das erst einmal keine konkreten Folgen - und doch ist das Ergebnis brisant.
Zunächst ist Carstensen in der schwarz-gelben Koalition unangefochten. CDU und FDP regieren bisher weitgehend geschmeidig. Seine Mehrheit dürfte auch bei einer Stimme stehen. Bei seiner Wahl zum Ministerpräsidenten Ende Oktober hatte er sogar mindestens eine Stimme aus den Reihen der Opposition bekommen.
Entsprechend gelassen versucht sich Carstensen nach der neuen Zählung auch zu geben: "Unsere Arbeit wird sich dadurch nicht verändern", sagte er. Auch bei harten Sparmaßnahmen brauche man nur eine Stimme Mehrheit.
Instabil ist bisher eher die Stellung des Oppositionsführers Ralf Stegner in seiner SPD. Dort gibt es noch immer Forderungen nach einem personellen Neuanfang als Konsequenz aus der verheerenden Wahlniederlage vom September.
Dass Carstensen jetzt nur noch über eine so knappe Mehrheit verfügen kann, ist für ihn dennoch heikel. Das hat mit der ohnehin umstrittenen Sitzverteilung im Kieler Landtag zu tun.
Denn CDU und FDP haben im Lande bei der Wahl keine Mehrheit gehabt. Sie erhielten zusammen weniger Zweitstimmen als die Opposition.
Die Mehrheit im Landtag haben sie überhaupt nur aufgrund von Überhangmandaten - weil dem Wahlgesetz entsprechend im Land drei von insgesamt elf Überhangmandaten, die der CDU zustanden, nicht durch Mandate für die anderen Parteien ausgeglichen wurden.
Noch nicht endgültig geklärt ist, was passiert, wenn ein CDU-Abgeordneter aus dem Parlament ausscheidet. Sollte dafür kein Parteifreund nachrücken dürfen, wäre Carstensens Mehrheit dahin.
Zudem haben die Grünen und der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) generell gegen die Aufteilung der Mandate vor dem Landesverfassungsgericht geklagt. Eine Entscheidung dazu steht aus.
Spöttisch kommentierte Anke Spoorendonk vom SSW, die CDU-Landtagsfraktion tue nun gut daran, "in betriebliche Gesundheitsvorsorge zu investieren, denn ein Wegfall einer ihrer Abgeordneten könnte die gesamte Regierung zu Fall bringen".
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(sueddeutsche.de/bavo)
"2/3 der Stimmen "verschwunden"
nach dem üblichen Motto, nicht warten, bis geklärt ist, sondern erst mal draufhauen.
Naja, wenn man so liest, wer hier kommentiert, dann wundert einen nur noch, daß irgend offensichtlich jemand auch unverdrossen arbeiten muß, damit das System nicht zusammenbricht.
Können Sie Ihre beleidigenden Unterstellungen auch nur mit irgendeinem Fakt untermauern?
Oder einfach mal so aus Eigeninteresse rausgehauen? Nach dem Motto: Irgendwas wird schon hängenbleiben?
Hallo, Schleswig-Holsteiner ! Wenn Sie Schweinegrippe haben, drücken Sie mal ordentlich einem CDU-Abgeordneten Ihrer Wahl die Hand.
Und wenn noch eine Hand frei ist, denkt an die FraktionDerPlünderer.
Wer schon den Verfassungsschutz auf die LINKE ansetzt, für den ist Wahlfälschung schon Routinearbeit.
CDU/CSU und FDP sind bundesweit im Betrügen und in der Korruption die größten Routiniers.
Offensichtlich kommt dies in der Bananenrepublik Deutschland auch mehrheitlich gut bei den noch Wählenden an.
Jedes Volk hat die Regierung, die sie verdient.
Man kann ja zur Linkspartei stehen wie mal will, aber da ist offensichtlich jemand an der Stimmenzählung beteiligt gewesen, der da nicht reingehört.
Wenn mal eine Stimme - oder auch 1% der Stimmen - falsch gewertet wird, dann kann das schon mal vorkommen (und macht meist auch nichts weiter aus). Wenn aber einer Partei 2/3 ihrer Stimmen "versehentlich" abhanden gekommen sind, dann hat da jemand versucht, die Wahl zu manipulieren.
Das muss ja noch nicht einmal ein Parteimitglied welchen Partei auch immer gewesen sein. Es reicht ja, wenn da ein Wahlhelfer eine seltsame Auffassung von Demokratie hatte. Es bleibt zu hoffen, dass die Staatsanwaltschaft nun aktiv wird, und den Schuldigen zur Anklage bringt.
Das gilt übrigens unabhängig davon, für oder gegen welche Partei manipuliert wurde. Auch die NPD hat ein Recht auf eine korrekte Stimmenzahl. Alleine schon, damit ihre Anhänger auf dem Boden der Tatsachen bleiben :-)
Paging