Juso-Chefin Franziska Drohsel will nicht mehr. Sie tritt von ihrem Amt zurück - allerdings nicht aus politischen Gründen.
Die Vorsitzende der Jungsozialisten (Jusos), Franziska Drohsel, gibt ihr Amt auf. Sie wird auf dem anstehenden Juso-Bundeskongress in Essen Mitte Juni zurücktreten, teilte sie schriftlich mit. Dort muss dann ein Nachfolger bestimmt werden.
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Franziska Drohsel tritt zurück als Bundesvorsitzende der Jusos. (© Foto: dpa)
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"Die Entscheidung hat ausschließlich berufliche Gründe", sagte Drohsel zu sueddeutsche.de. Nach ihrem Jura-Studium stehe jetzt das zweijährige Referendariat an, auf das sie sich voll konzentrieren wolle. Sie habe immer gesagt, dass sie den Juso-Bundesvorsitz nicht als Sprungbrett für eine politische Karriere ansehe.
"Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen", teilte sie mit. Der Juso-Verband sei aber in einem guten Zustand, "so dass ich diese Entscheidung auch politisch verantworten kann."
Die 30-jährige Drohsel ist seit November 2007 Chefin der Nachwuchsorganisation der SPD. Sie hat sich in der Zeit vor allem für eine Reform der Hartz-Gesetze stark gemacht und für eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Linkspartei geworben. Drohsel will sich jetzt wieder verstärkt in ihrem Berliner Juso-Landesverband engagieren.
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(sueddeutsche.de/kler/vbe)
Protest gegen dritte Startbahn
"Die Entscheidung hat ausschließlich berufliche Gründe". Ds ist schade, sehr schade.
Hätte Faru Drohsel gesagt, sie könne diesen ganzen Haufen kapitalistsich bis radikal-kapitalistisch gewendeter Parteinasen nicht mehr verknusen - es wäre ein inneres Fest gewesen.
Was bleibt denn der Partei, in der sie die kleinen Leute vertrat: Wer Clement, Schröder, Steinmeier und Steinbrück, wer all die Parteigranden und zuletzt den Altvorderen Jochen Vogel bei Maischberger erleben musste, der weiß es: Die SPD ist in der Mitte der CDU angekommen und man muss von Glück reden, wenn sie dort nicht zum rechten Flügel abdriftet.
Deshalb: Bitte, Frau Drohsel, schicken Sie noch einen erlösenden Satz nach; z.B. Ich hab die Schnauze voll von der Führung dieser Partei und ihren Taten unter Schröder und Merkel.
Welcher unserer Berufspolitiker (inklusiver der "Arbeiterführer von SPD und Linke") hat mehr als 1 Jahr produktiv gearbeitet und sich dabei auch mal die Hände dreckig gemacht?
Nur so zum Beispiel:
Gabriel: Von 89 bis 90 (ein ganzes Jahr!) als Volkshochschullehrer. Gerät er nicht wegen seiner Zahnarztehefrau in FDP-Verdacht?
oder Lafontaine:
von 69 bis 74 beim Saarbrücker Kommunalversorger, davon seit 71 im Vorstand (steile Karriere!)
...bester Respekt für die Entscheidung der Juso-Bundesvorsitzenden.
Da könnte sich so manch einer und eine 'ne dicke Scheibe von abschneiden!
Schade, ich hätte gerne mehr von unserem Politschnuckelchen gesehen. ;_;
Respekt vor dieser talentierten Jungpolitikerin, die ihren Hauptberuf als künftige Juristin über eine mögliche politische Karriere stellt. Das ist leider eine sehr seltene Ausnahme!
Im Bundestag sitzen ebenso eloquente wie elegante Jungparlamentarier, rhetorische Schwafler, die keinen blassen Dunst vom wirklichen Leben haben und direkt aus dem Hörsaal verbal aufs Volk losgelassen werden.
Man sollte wirklich mal eine Novelle des Abgeordnetengesetzes vorbereiten, um hier die Latte für "grüne" Politkarrieristen höher zu legen....
Paging