CDU und CSU haben nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis mit 225 Sitzen drei Mandate Vorsprung vor der SPD. Dass die Sozialdemokraten es bei der Nachwahl in Dresden noch schaffen, mit der Union gleichzuziehen, halten Experten für kaum möglich.
Zwar wird im Wahlkreis 160 bei der Nachwahl in zwei Wochen theoretisch über bis zu drei Mandate entschieden, so dass es noch zu einem Patt zwischen Union (aktuell 225 Sitze) und SPD (aktuell 222 Sitze) kommen könnte.
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Nach Erkenntnissen des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap ist es jedoch "de facto nicht mehr möglich, dass die SPD mit der Union gleichzieht", bilanzierte WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn in der ARD.
Selbst wenn ein Patt zwischen SPD und CDU bei den Mandaten theoretisch noch denkbar ist, ist dies bei der Stimmenanzahl ausgeschlossen.
Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erhielten CDU/CSU 440.000 Stimmen mehr als die SPD. Im Wahlkreis Dresden I sind aber nur 219.000 Bürger wahlberechtigt, das sind 6,1 Prozent der sächsischen Wahlberechtigten. Bei einer Wahlbeteiligung von 70 bis 80 Prozent werden also voraussichtlich maximal rund 180.000 Stimmen abgegeben.
Der Wahlkreis 160 umfasst die Ortsteile Altstadt, Blasewitz, Leuben, Prohlis und Plauen; ein erheblicher Teil davon gilt als gutbürgerliche Wohngegend. Bei der Landtagswahl im vergangenen Herbst landete die SPD in diesen Stadtteilen nur im einstelligen Bereich, während die CDU in Blasewitz sogar die 44 Prozent überschritt. Die PDS wurde zweitstärkste Kraft.
Ausgang der Nachwahl offen
Bei den vergangenen drei Bundestagswahlen holte die CDU in Dresden I stets das Direktmandat, allerdings mit zunehmend schrumpfendem Vorsprung gegenüber der die SPD. 2002 hatte die CDU-Kandidatin Christa Reichard das Mandat nur noch mit 2,5 Prozentpunkten Vorsprung vor dem SPD-Kandidaten gewonnen.
Den diesjährigen CDU-Kandidaten Andreas Lämmel sahen die Prognosen noch vor wenigen Tagen mit deutlichem Abstand vorn. Gewinnt er, dann könnte der CDU in Sachsen erneut ein Überhangmandat zufallen. Zehn Prozentpunkte hinter ihm lag die SPD-Kandidatin Marlies Volkmer. Bessere Chancen als Volkmer auf das Direktmandat hatte der Prognose zufolge Katja Kipping von der Linkspartei.
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(AFP/dpa/sueddeutsche.de)
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