Nachfolger von Ziercke Münch wird neuer Präsident des BKA

Neuer Mann an der Spitze des Bundeskriminalamts: Der Bremer Staatssekretär Holger Münch wird Nachfolger von Jörg Ziercke. Der war zuletzt im Fall Edathy in die Kritik geraten.

Der stellvertretende Bremer Innensenator Holger Münch wird neuer Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA) und tritt damit die Nachfolge von Jörg Ziercke an. Das Bundesinnenministerium in Berlin bestätigte einen Bericht von Radio Bremen. Die Suche nach einem Nachfolger für Ziercke hatte sich Berichten zufolge schwierig gestaltet. Der 67-Jährige wird den Spitzenposten beim BKA nach gut zehn Jahren im November abgeben und in Ruhestand gehen.

Der 1961 geborene Münch war zunächst Kriminalpolizist, hat später unter anderem das Landeskriminalamt Bremen geleitet und war von 2009 bis 2011 Polizeipräsident des Stadtstaates. Seit drei Jahren war der parteilose Münch als Staatsrat Stellvertreter von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD).

Ziercke war im Frühling dieses Jahres im Fall Edathy in die Kritik geraten, dem BKA war ein zögerliches Vorgehen vorgeworfen. Im Innenausschuss des Bundestags, vor dem Ziercke mehrfach aussagen musste, ging es unter anderem um die Frage, warum er verschwiegen hatte, dass ein Mitarbeiter seiner Behörde genau wie der SPD-Politiker Sebastian Edathy auf der Kundenliste eines Kinderporno-Händlers stand. Einen Rücktritt hatte Ziercke damals abgelehnt.