Nach mehren Attentatsversuchen im Land befürchtet Premier Brown eine langfristige Gefährdung durch al-Qaida. Deutschlands Innenminister Schäuble sieht nun ,,Europa im Fadenkreuz''.
Nach den versuchten Bombenanschlägen in London und Glasgow befürchtet die britische Polizei, dass es zu weiteren Terrorakten kommt. Die Regierung verhängte die höchste Terrorwarnstufe über das Land. Fünf Verdächtige wurden festgenommen. Der neue Premierminister Gordon Brown sprach von ,,einer langfristigen Gefährdung'' durch das Terrornetzwerk al-Qaida.
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Höchste Terrorwarnstufe: Polizisten am Flughafen Heathrow. (© Foto: AP)
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Für Brown, der erst am Mittwoch das Amt des Regierungschefs von Tony Blair übernommen hatte, wird die Fahndung zur ersten großen Bewährungsprobe. Das Sicherheitskomitee Cobra der Regierung trat am Sonntag unter Leitung der neuen Innenministerin Jacqui Smith erneut zusammen, nachdem am Samstag zwei Männer mit einem brennenden Jeep auf den Flughafen Glasgow zugerast waren. Höchste Terrorwarnstufe bedeutet, dass sich die Bevölkerung auf strengste Kontrollen einstellen muss. Die Möglichkeit, mit dem Auto zum Flughafen zu fahren, wurde weitgehend eingeschränkt.
Brown stellte klar, dass die Bedrohung ,,nicht in den nächsten Wochen oder Monaten verschwinden'' wird. ,,Wir müssen gegen den Terror auf vielfältige Weise ankämpfen - militärisch, durch Sicherheitsmaßnahmen, mit der Polizei und dem Geheimdienst, aber auch, indem wir einen Kampf um die Köpfe und Herzen führen'', sagte der Premier. Er warnte vor einer pauschalen Verurteilung von Muslimen. Nur ein kleiner Teil sei extremistisch und pervertiere die Religion. Opposition und Bürgerrechtler würdigten die ,,besonnene Reaktion'' Browns.
Der Premier sagte im BBC-Fernsehen, ,,wir haben es mit Leuten zu tun, die mit al-Qaida verbunden sind''. Browns Anti-Terror-Berater Lord Stevens stellte klar, dass der Einfluss von islamistischen Terroristen in Großbritannien gewachsen sei. Die Fahndung nach den Bombenlegern lief auf Hochtouren. Nach Einschätzung der Polizei besteht zwischen der Tat in Glasgow und den am Freitag entschärften Autobomben im Zentrum Londons eine ,,eindeutige'' Verbindung.
Am Sonntag durchsuchte die Polizei Häuser nahe des Flughafens Glasgow. Bisher wurden fünf Verdächtige festgenommen. Am Samstagnachmittag waren zwei Männer mit einem brennenden Geländewagen auf den Terminal des Flughafens Glasgow zugerast. Sie wurden durch Barrieren vor der Eingangshalle gestoppt. Wäre der Jeep durchgebrochen, hätte es vermutlich hunderte Tote gegeben. In dem Gebäude hielten sich etwa 2500 Menschen auf.
Die beiden Männer wurden von Polizisten überwältigt. Ein Täter hat schwere Brandwunden und befindet sich in Lebensgefahr. Die Polizei dementierte Berichte, wonach der Mann einen Sprengstoffgürtel getragen habe. Am Sonntag sprengte sie ein verdächtiges Auto, das vor dem Krankenhaus stand, in dem der Verletzte behandelt wird.
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sagte am Sonntag, es gebe ,,keinerlei Erkenntnisse'', dass die Anschlagsvorbereitungen einen Bezug nach Deutschland hätten. Sie zeigten aber, dass Europa ,,im Fadenkreuz'' des internationalen Terrors stehe. Deutsche und britische Behörden stünden in engem Kontakt. Die Flughäfen Glasgow und Liverpool nahmen am Sonntag eingeschränkt wieder den Betrieb auf. Passagiere müssen aber weiter mit Behinderungen rechnen. Das gilt nach Angaben des Flughafenbetreibers auch für Heathrow, Gatwick und Stansted. An Bahnhöfen wurden ebenfalls weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
Auch die USA weiteten ihre Vorsichtsmaßnahmen aus. In New York wurde am Sonntag ein Terminal des Flughafens ,,John F. Kennedy'' kurzzeitig geräumt, nachdem ein verdächtiges Paket gefunden worden war. Es enthielt Parfüm. Mehrere Länder, darunter Australien, gaben Reisewarnungen für Großbritannien heraus.
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(SZ vom 2.7.2007)
Stockender Kita-Ausbau
seltsam, alle sind sich einig, dass etwas getan werden muss, selbst die grünen setzen sich ernsthaft mit dem thema terrorgefahr auseinander und fordern gegenmaßnahmen. die art und weise, wie ein herr schäuble sich zum thema terrorgefahr äußert, ist mir trotz aller persönlichen und abseits dieser frage inhaltlichen vorbehalte wesentlich lieber, als die forderung nach so wenig kontrolle wie möglich.
in der spd war es otto schily, in der csu ist es günter beckstein, in der cdu und damit in der koalition ist es eben herr schäuble, der sich anscheinend ernsthaft mit möglichen gegenmaßnahmen beschäftigt. es ist einfach nicht hinnehmbar, dass potenzielle terroristen in diesem land unbehelligt ihren plänen nachgehen können und gezielte terroraktivitäten vorbereiten können, wie das noch vor dem herbst 2001 der fall war. das internet als noch weitgehend kontrollfreier raum eignet sich bisher doch hervorragend für netzwerke aller art, die aus welchem grund auch immer ihre anonymität wahren wollen. warum überall sonst, nur ausgerechnet hier keine verstärke kontrolle stattfinden sollte, ist mir schleierhaft.
bitte entschuldigen sie, aber kontrollparanoiker wie sie sehen in jedwedem handeln gegen den terror gleich grundrechtsverletzungen hoch fünf, anstelle sich inhaltlich mal ohne polemik mit der real existierenden terrorgefahr und der frage ihrer abwehr auseinanderzusetzen.
....man muß ihn im Fernsehen gesehen haben , wie der den Satz mit "... Europa im Fadenkreuz des internationalen Terrors ..." abgelassen hat . Einfach zum Brüllen ! Dabei eriinnerte ich mich spontan an die beiden Verwirrten Jünglinge , die wegen der Mohamed-Karikaturen (!!!!) zwei Kofferbomben gebaut und in Bahnhöfen abgestellt hatten . So sieht der" Internationale Terrorismus(!!!)" aus , in der Machart , wie er sich jetzt auch wieder in London zeigt . Die Täter : verwirrte , mit Wut und Hass angfüllte Individuen oder Mini-Gruppen . Und wir alle leben in ihrem "Fadenkreuz" . -- Die verbale Hochrüstung unseres Sicherheitsparanoikers ist aber nicht nur komisch , sie hat einen Hintersinn : Hirnverkleisterung ! Was hatte er doch noch vor ? Ach ja ! Die heimliche online-Durchsuchung , und den Einsatz der BW im Inneren , usw . Dazu muß er noch viel "überzeugungsarbeit" leisten ....
Leider fehlt der erste Teil meines Beitrages, der wurde aus irgend einem Grund nicht übernommen: hier der Nachtrag:
Der Satz "Das vielleicht nicht" bezieht sich auf die Tatsache, dass während 11/9 keine Truppen in Afghanistan/Irak waren.
Das vielleicht nicht. Jedoch hat der Westen den Schlamassel im Nahen Osten mit verschuldet. Ich möchte nur an die Machenschaften der CIA im Iran zu zeiten des Schah erinnern, oder wie es Iran und Irak während deren kriegerischen Auseinandersetzungen für Ihre Zwecke missbraucht hat. Des weiteren die Rolle der USA im Palästinenserkonflikt. Wenn jemand Geschichtsverdreher ist, dann wohl doch eher Sie.
Missverstehen Sie mich nicht: Ich möchte in keinster Weise diese terroristischen Taten entschuldigen oder rechtfertigen: Dies ist nicht möglich. Aber man muss schon die Wurzel des Übel bekämpfen, wenn man Erfolg haben will. Und hierfür muss man die Rekrutierungsherde für die Terroristen bekämpfen (nicht nur mit Waffen!). Nur wenn man den Zulauf für die Terroristen verhindert, kann man einigermaßen Erfolgreich im Kampf gegen den Terrorismus sein.
Sie - und alle anderen geschichtsverdrehenden Apologeten des Terrorismus - sollten sich mal daran erinnern, dass zu der Zeit des WTC Anschlags keine auslaendische Armeen im Irak oder Afghanistan standen. Immer so zu tun, als wuerden die armen Terroristen nur in Verzweiflung auf die "verbrecherischen" Taten des Westen reagieren, ist grotesk und abstossend.
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