Nach den blutigen Unruhen in Xinjiang greift Peking hart durch. In Kashgar soll es zu erneuten Zusammenstößen zwischen Uiguren und Sicherheitskräften gekommen sein.
Nach den blutigen Unruhen in der chinesischen Uiguren-Provinz Xinjiang hat die Polizei mehr als 1400 Verdächtige festgenommen. Wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, beendete die Polizei am Montag neue Proteste in der Stadt Kashgar. Sie trieb mehr als 200 Uiguren auseinander, die sich in einer Moschee versammelt hatten.
Massives Sicherheitsaufgebot in Urumqi: Nach den blutigen Unruhen gleicht das Stadtzentrum einer Festung. (© Foto: AP)
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Hintergrund der Unruhen ist ein ethnischer Konflikt. Minderheiten wie Tibeter und Uiguren fühlen sich von den Han-Chinesen, die mehr als 90 Prozent der Bevölkerung ausmachen, diskriminiert. Sie beklagen vor allem politische und kulturelle Unterdrückung durch die Zentralregierung in Peking.
Nach unbestätigten Berichten sollen in Kashgar mehr als 100 Menschen getötet worden sein, berichtete die in den USA im Exil lebende Präsidentin des Uigurischen Weltkongresses, Rebiya Kadeer. Die Armee habe Proteste in Kashgar und der Stadt Hotan unterdrückt, sagte sie. Die Exil-Uiguren verurteilten aufs Schärfste den Einsatz exzessiver Gewalt der chinesischen Sicherheitskräfte in Urumqi und Kashgar.
Nach Angaben des Staatsagentur waren am Sonntag und Montag mehrere zehntausend Polizisten und Soldaten in der Provinz im Einsatz, um neue Unruhen zu verhindern. Am Sonntag waren laut Xinhua 156 Menschen bei Ausschreitungen in Urumqi ums Leben gekommen. Bei den Zusammenstößen in der Provinzhauptstadt habe es mehr als 1000 Verletzte gegeben. Die chinesischen Behörden machten den in den USA sitzenden Uigurischen Weltkongress für die Unruhen verantwortlich.
Diese Behauptung der Regierung in Peking, die Proteste der muslimischen Minderheit im Nordwesten Chinas würden von außen gesteuert, sei unglaubwürdig, sagte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU) in der Berliner Zeitung. Er forderte die chinesischen Behörden zum Verzicht auf Gewalt gegen uigurische Demonstranten auf.
Auch die US-Regierung zeigte sich "tief besorgt" über die blutigen Unruhen. Da die Umstände zunächst noch unklar seien, "wäre es verfrüht, weitere Kommentare oder Spekulationen abzugeben", teilte ein Sprecher des Weißen Hauses mit. Die USA riefen alle Seiten zur Zurückhaltung auf.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte Peking auf, Proteste zuzulassen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch verlangte, dass China eine unabhängige Untersuchung der Unruhen durch die Vereinten Nationen erlauben müsste.
Nach ersten Erkenntnissen hatten die Proteste am Sonntagabend begonnen, als Uiguren auf die Straße gingen, um von der Regierung die Aufklärung des Todes zweier uigurischer Fabrikarbeiter im Juni zu verlangen. Am 25. Juni waren Uiguren in einer großen Spielzeugfabrik in Shaoguan in Südchina angegriffen worden.
Ausgelöst wurden die Übergriffe durch Gerüchte, dass Angehörige der muslimischen Minderheit zwei Chinesinnen vergewaltigt haben sollen. "Dieser Zwischenfall hätte verhindert werden können, wenn die chinesischen Behörden die Shaoguan-Morde richtig untersucht hätten", sagte Kadeer.
Kampf für die Unabhängigkeit
Nach mehreren Jahren relativer Ruhe war die Gewalt im Nordwesten Chinas 2008 vor den Olympischen Sommerspielen in Peking wieder aufgeflammt. Bei Bombenanschlägen und anderen Gewaltakten in Xinjiang kamen nach amtlichen Angaben mehrere Dutzend Menschen ums Leben. Bei einer Attacke auf Grenztruppen starben allein 16 Soldaten.
Mit mehr als acht Millionen Menschen machen die Uiguren in der chinesischen Unruheprovinz Xinjiang etwa die Hälfte der Bevölkerung aus. Seit Peking das Gebiet 1955 als "Autonome Region" quasi annektierte und Han-Chinesen ansiedelte, kämpft das muslimische Turk-Volk für die Unabhängigkeit. Das Gebiet ist reich an Bodenschätzen und für Peking von strategischer Bedeutung.
Bei den letzten schweren Unruhen im März 2008 hatten chinesische Sicherheitskräfte das Feuer auf tibetische Demonstranten eröffnet. Nach Angaben von Exiltibetern kamen damals rund 140 Menschen ums Leben, nach Angaben Pekings waren es 19.
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(dpa/AFP/af/bavo)
Russland unter Putin
Ich bin zwar schon längst sehr unzufrieden mit der Medienpolitik der chinesischen Regierung, aber die fehlende Objektivität des Journalismuses hierzulande ist seit dem Ausbruch des Irakkrieges auch nichts mehr neues.
"http://derstandard.at/1246541593596/Sinologin-Han-Chinesen-in-momentaner-Situation-die-Opfer"
Danke!
Immer öfter muss man als interessierter Bürger bei der Informationsbeschaffung auf das deutschsprachige Ausland zurückgreifen...
Kein Wunder, dass auch immer mehr objetive Journalisten aus Deutschland dort anheuern. Traurig, aber das ganze Bild bekommt man hier leider nicht mehr geboten...
Sie haben in einer Fabrik gearbeitet, wo dort uigurischen Wanderarbeiter und Leute anderer Volksstamme arbeiten. Davon sind 350 Uiguren. Dann hat ein entlassener Mitarbeiter wegen Hass auf uigurische Kollgen Gerüchte aufs Internet verbreitet, daß zwei(oder drei) Han-Chinesische Frauen von 6 uigurischen Männer vergewaltigt wurden. Dann kamm es zu der gewaltigen Auseindersetzung zwischen den einheimischen und uigurischen Mitarbeitern. Es gab verletzten beider Seiten. 89 von den 120 Verletzten waren Uiguren. 2 von den Uiguren sind dann nachher im Krankhaus gestorben.
Quelle: http://www.sinovision.net/index.php?module=news&act=details&col_id=3&news_id=92149
Der die Gerüchte verbeitet hat wurde von der Polizei angezeigt und die Regierung hat auch versprochen, die Gewalttäter zu fassen. Aber hier hat wieder mal die Medienpolitik der chinesischer Regierung versagt. Das ganze wurde verschwiegen. Die öfftliche Stellungnahme kam erst nach der Ausschreitung in XinJiang. Das gibt die Verbreitung von Gerüchten eine gute Chance.
Hier noch ein Artikel über das Thema und co.:
http://derstandard.at/1246541593596/Sinologin-Han-Chinesen-in-momentaner-Situation-die-Opfer
Wenn Sie meine Texte genauer gelesen haben hätten, hätte ich schon einbisschen Schreibarbeit sparen können.
Über die Quelle des Videos:
Ich habe doch gesagt, es wird in CCTV(staatlicher Fernsehensender Chinas) das gleiche Filmmaterial benutzt. Diese Version wird auch von vielen westlichen Nachrichtensendern/Webseiten benutzt. Nur einigen blutigen szenen von Todesopfern fehlen in der offiziellen Version. Das auf der koreanischen Nachrichtenwebseite liegende Version könnte ein sogenanntes "leaked footage" sein.
Über das jüngste Opfer habe ich hier gelesen, leider ist das Video auf Chinesisch, aber das Video ist eben von CCTV. Ich muss mich hier aber entschuldigen, dass ich dabei Opfer als Todesopfer falsch verstanden habe(Ich konnte aber wegen der fehlenden Edit Funktion meinen Beitrag nicht korrigiern).
http://video.sina.com.cn/news/c/v/2009-07-07/090540423.shtml
Und über meine Behauptung, dass das ganze eine geplante Terroraktion gegen die Han-Chinesen ist, und schließlich ein Chaos in dieser Region auslösen lässt, bis hinzu großflächiger rassischer Ausschreitung und ethnischer Säuberung und militärischem Eingreifen westlicher Länder und am Ende Zerspalten China(Leider ist XinJiang kein Kosovo):
Der Grund dieses Ereignisses waren die zwei toten uigurischen Wanderarbeiter in SüdChina Provinz GuangDong. Aber es ist mehr als eine Woche davor passiert. Und die Demonstration, Plünderung und Tötung passiert nicht sofort, sondern genau in dem Zeitpunkt wo der chineisische Staatspräsident Hu Jintao Italien besuchte. Und nicht zu sprechen, dass die Gräueltaten auf die Han-Chinesen und ihre Eigentum und das Ablehnkungsmanöver ganz gut organisiert sind.
Das kann auch die Brutalität der Uiguren erklären, wenn man gezielt ahnungslose Uiguren aufhetzt.
sondern im Gegenteil die Informationswege blockiert werden und alleine staatlich kontrollierte Informationen zugelassen werden, wenn der chinesische Staat unzensierte Wahrheit nicht fürchten muß? -- Und komme man nicht mit dem Video auf einer koreanischen Webseite: Wie kam es da hin? Wer hat es gedreht? Daß es auf einer koreanischen Webseite zu sehen ist, bedeutet gar nichts!
xknobi, was Sie betreiben, ist billigste Propaganda! Laut WELCHEM Bericht aus WELCHER Quelle war das jüngste Opfer ein 6jähriges Mädchen (und wenn es srimmt: Ist jeder Vorfall, bei dem ein 6jähtiges han-chinesisches Mädchen stribt ein gezielter Terroranschlag?) -- und was ist mit den erschlagenen Wanderarbeitern?
Können Sie erklären, wie es zu dem angeblichen Terroranschlag gekommen ist? Selbst wenn das böse Ausland eingegriffen haben sollte: Wer oder was hat die Uiguren derart brutalisiert, daß sie, mit oder ohne fremde Einredung, so außer Kontrolle geraten konnten???
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