Die chinesische Regierung übt weiter heftige Kritik am Treffen der Kanzlerin mit dem Dalai Lama. Pekings Außenministerium spricht von einer "groben Einmischung in Chinas Angelegenheiten".

Das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem Dalai Lama hat nach Einschätzung der chinesischen Regierung die Beziehungen der beiden Länder verschlechtert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Dalai Lama nach ihrem Treffen im Kanzleramt. (© Foto: Reuters)

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Die Zusammenkunft mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter "beschädigt die Beziehungen zwischen China und Deutschland", sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums. Sie warf der Bundesregierung eine "grobe Einmischung in innere Angelegenheiten Chinas" vor. Dies habe "die Gefühle der Chinesen verletzt".

Merkel hatte den Dalai Lama am Sonntag trotz der Proteste aus China zu einem als privat bezeichneten Treffen im Kanzleramt empfangen. Dabei hatte sie ihm Unterstützung im gewaltlosen Streben nach religiöser und kultureller Autonomie zugesichert.

Das Treffen war von der chinesischen Regierung scharf kritisiert worden. Als Reaktion sagte Peking eine Konferenz im Rahmen des deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialogs kurzfristig ab. Auch ein Treffen der Außenminister der beiden Länder während der UN-Woche in New York wurde abgesagt - aus "terminlichen Gründen", wie es hieß.

Zuvor hatte das chinesische Außenministerium Deutschland aufgefordert, den Dalai Lama nicht einreisen zu lassen. Unmittelbar nach Bekanntwerden des bevorstehenden Treffens wurde in Peking der deutsche Botschafter einberufen.

Die chinesische Armee war 1950/51 in Tibet einmarschiert. Seitdem betrachtet Peking die Region als einen Teil Chinas. Nach einem fehlgeschlagenen Aufstand der Bewohner flüchtete der Dalai Lama nach Indien, wo er seit 1959 in Dharamsala eine Exil-Regierung führt. Seine Heimat hat er seitdem nie wieder besucht.

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(sueddeutsche.de/AFP)