Terrorwarnung in Bremen "Wir haben nach wie vor eine erhöhte Gefährdung"

Erhöhte Polizeipräsenz in der Bremer Innenstadt vor dem "Roland", dem Wahrzeichen der Stadt.

(Foto: imago/Stefan Schmidbauer)
  • Nach einer Terrorwarnung hat die Polizei in Bremen zwei Personen vorläufig festgenommen, inzwischen jedoch wieder freigelassen.
  • Die Beamten ermitteln unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Ein islamisches Zentrum wurde durchsucht.
  • Bremen gilt als eine Hochburg radikaler Islamisten.

Zwei Festnahmen im Zuge von Anti-Terror-Ermittlungen

Nach einer Warnung vor gewaltbereiten Islamisten geht die Bremer Polizei seit Samstag mit einem Großeinsatz gegen die Salafisten-Szene vor. "Wir haben nach wie vor eine erhöhte Gefährdung", sagte eine Polizeisprecherin. Überall in der Hansestadt seien die Beamten in der Nacht verstärkt im Einsatz gewesen.

Bereits am Samstag hatte die Polizei eine Person vorläufig festgenommen. Am frühen Sonntagmorgen habe es eine zweite Festnahme gegeben. Beide Männer sind inzwischen jedoch wieder auf freiem Fuß, wie eine Polizeisprecherin am Sonntag sagte. Wie Radio Bremen berichtet, ermitteln die Beamten unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Dabei soll es um eine große Menge Maschinenpiostolen aus israelischer Produktion gehen.

Islamisches Kulturzentrum durchsucht

Am Samstag hatte die Bremer Polizei vor einer möglichen Gefahr durch gewaltbereite Islamisten gewarnt, ohne Details zu nennen. Die Hinweise auf die Terrorgefahr kamen nach Angaben der Polizei aus einer Bundesbehörde. Die Polizei war in der Bremer Innenstadt mit verstärkten Kräften im Einsatz. Am Abend wurden ein islamisches Kulturzentrum und mehrere Wohnungen von Verdächtigen durchsucht. Dabei seien auch Computer und Bankunterlagen sichergestellt worden.

Beamte mit Schutzwesten und Maschinenpistolen patrouillierten über den belebten Bremer Marktplatz. Die Polizei in Bremen versuchte, alle relevanten Gebäude besonders zu schützen. Rund um die Bürgerschaft, das Rathaus und den Dom standen Polizeibusse. Auch eine Synagoge wurde bewacht. Die Rede ist von einem "Sicherheitsnetz", das über die Stadt gespannt sei, von nicht näher bezeichneten "operativen Maßnahmen".

Diese Schutzmaßnahmen würden auch am Sonntag aufrechterhalten, sagte eine Polizeisprecherin. Die Bundesliga-Partie zwischen Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg soll um 17.30 Uhr aber wie geplant angepfiffen werden. Zum Spiel werden mehr als 40 000 Besucher im Weserstadion erwartet.

Anschlag in Deutschland nicht auszuschließen

Bremen gilt als eine Hochburg radikaler Islamisten. Zuletzt wurden nach Angaben von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) etwa 360 Salafisten vom Verfassungsschutz beobachtet. Am Freitagabend hatte Bundeninnenminister Thomas de Maizière (CDU) bei einer Diskussion in Braunschweig betont, dass ein Anschlag in Deutschland "nicht total auszuschließen" sei.

Bislang hatten die Behörden in Deutschland in der Regel von einer bloß abstrakten Terrorgefahr in Deutschland gesprochen. Nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums steht die Bundesrepublik nach wie vor im Fokus des dschihadistischen Terrors. "Hieraus resultiert eine hohe Gefährdung für die innere Sicherheit, die jederzeit in Form von Anschlägen unterschiedlicher Dimensionen und Intensität real werden kann", sagte ein Sprecher des Ministeriums am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Allerdings ist dies die dritte Terrorwarnung innerhalb kurzer Zeit: Mitte Februar war in Braunschweig der traditionelle Karnevalsumzug abgesagt worden, knapp einen Monat davor hatte die Polizei in Dresden eine montägliche Pegida-Kundgebung und alle Gegenaktionen untersagt. In Paris und Kopenhagen hatte es seit Jahresbeginn blutige Anschläge von Islamisten mit mehreren Todesopfern gegeben.