Überraschungsbesuch in Islamabad: US-Außenministerin Rice fordert von Pakistan eine "robuste Antwort" gegen den Terrorismus.

US-Außenministerin Condoleezza Rice hat Pakistan bei einem unangekündigten Besuch in Islamabad zu einem harten Vorgehen gegen Terrorismus aufgefordert. Eine Woche nach den Anschlägen auf Hotels in Mumbai mahnte Rice, "die globale Bedrohung durch Extremismus und Terrorismus" müsse von allen Ländern entschlossen beantwortet werden.

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Drängt Pakistan, bei der Aufklärung der Anschläge in Bombay mitzuhelfen: US-Außenministerin Rice im Gespräch mit dem pakistanischen Außenminister Shah Mahmood Qureshi (© Foto: AFP)

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Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari sagte eine Verfolgung der Hintermänner zu, falls es eine pakistanischen Beteiligung an den Terroranschlägen in Mumbai gegeben habe.

"Die Regierung wird die Ermittlungen nicht nur unterstützen, sondern gegen jedwede an den Angriffen beteiligten pakistanischen Elemente vorgehen", sagte Zardari nach dem Treffen mit Rice. "Pakistan ist fest entschlossen sicherzustellen, dass sein Territorium nicht für Terrorangriffe genutzt wird."

Unterdessen wurden in Indien nach Terrorwarnungen der Sicherheitskräfte die internationalen Flughäfen in den Metropolen Neu Delhi, Madras und Bangalore in Alarmbereitschaft versetzt. Eine Sprecherin des Ministeriums für zivile Luftfahrt sagte am Donnerstag in Neu Delhi, Passagiere sollten auf diesen Flughäfen wegen verschärfter Sicherheitsvorkehrungen drei Stunden vor dem Abflug eintreffen.

Zur Art der Warnungen machte die Sprecherin keine Angaben. Der Nachrichtensender NDTV meldete, die indische Luftfahrtbehörde habe die Flughäfen gewarnt, Terroristen könnten versuchen, am kommenden Samstag Flugzeuge zu entführen. Die Ministeriumssprecherin bestätigte das nicht.

Am Samstag ist der Jahrestag der Zerstörung der Babri-Moschee in der nordindischen Stadt Ayodhya. Fanatische Hindus hatten die Moschee am 6. Dezember 1992 dem Erdboden gleichgemacht, bei anschließenden landesweiten Zusammenstößen zwischen Hindus und Muslimen waren mehr als 1000 Menschen getötet worden.

Außenministerin Rice hatte schon vor ihrem Abflug aus Indien Pakistan zu einer umfassenden Kooperation bei der Aufklärung der Anschlagserie in Mumbai gedrängt. Die indische Regierung hatte schon unmittelbar nach den Anschlägen deutlich gemacht, dass sie die Urheber der Anschläge im Gebiet des Rivalen Pakistan sieht. Kritiker halten dies jedoch für ein Ablenkungsmanöver von eigenen Versäumnissen.

Als Drahtzieher vermuten die indischen Behörden zwei Anführer einer pakistanischen Extremistengruppe, wie am Donnerstag aus Geheimdienstkreisen in Neu-Delhi zu erfahren war. Die Indizien deuteten auf Zaki-ur-Rehman Lakhvi und Yusuf Muzammil hin, sagte ein Gewährsmann, der anonym bleiben wollte. Beide gelten als führende Mitglieder der Untergrundorganisation Lashkar-e-Taiba. Bei den Terrorangriffen in Mumbai kamen nach jüngsten Angaben 171 Menschen ums Leben.

Rice betonte, Pakistan müsse selbst entscheiden, wie es auf Extremismus reagiere. "Es muss lediglich eine robuste und effiziente Antwort sein." Sie äußerte Vertrauen in die Entschlossenheit der pakistanischen Regierung. Gleichzeitig sagte sie erneut die Unterstützung der USA bei den Ermittlungen und bei der Verhinderung weiterer Anschläge zu.

Neue Spannungen zwischen Indien und Pakistan könnten die Bemühungen der USA und der Nato für eine Stabilisierung der Lage in Afghanistan weiter gefährden. Pakistanische Sicherheitsexperten haben bereits gewarnt, bei einer Krise müssten sie Truppen vom Kampf gegen Taliban-Stellungen an der Grenze zu Afghanistan an die indische Grenze abziehen.

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(dpa/Reuters/AP/cgu/jkr)