Nach dem Führungswechsel in der SPD öffnet Linke-Chef Lafontaine die Arme für SPD-Überläufer: "Ein wirklich Linker kann nur noch zu uns kommen."
Die Asylanträge liegen bereit. Jedenfalls in Herford. "Alle SPD-Mitglieder, die in dem Doppelpack Steinmeier/Müntefering nichts Positives sehen, können ab sofort vom Angebot einer Gastmitgliedschaft in der Linken Gebrauch machen", ließ Inge Höger, Linken-Sprecherin im nordrhein-westfälischen Kreis Herford, wissen.
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Will die Sozialdemokraten zurück auf den Pfad linker Tugenden führen: Oscar Lafontaine, Chef der Linken. (© Foto: ddp)
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Solch Aufrechten wolle die Linke "Asyl gewähren". Parteichef Oskar Lafontaine findet Worte wie Asyl oder Überläufer zwar "nicht angebracht". Für Wechselwillige aus der SPD öffnet er die Arme nun aber noch weiter als bisher. "Wenn Steinmeier und Müntefering beim Agenda-Kurs bleiben, kann ein wirklicher Linker nur noch zu uns kommen", sagte der einstige SPD-Chef der Süddeutschen Zeitung.
Lafontaine und die SPD stehen in einer schwierigen Wechselbeziehung seit jenem März 1999, als sich der damalige Parteichef und Finanzminister von Kanzler Gerhard Schröder an die Wand gedrückt fühlte und hinschmiss. Seitdem gilt die Faustregel, dass es Lafontaine gutgeht, wenn es der SPD schlechtgeht - und umgekehrt. "Das wird mir immer unterstellt", klagt Lafontaine, er aber denke in "politischen Kategorien".
"Blanken Zynismus"
Nur eine handlungsfähige SPD könne dazu beitragen, dass wieder eine Politik der sozialen Gerechtigkeit gemacht werde. Und so verkneift sich Lafontaine, was nach Häme angesichts des Schicksals seines Nachnachnachnachfolgers Kurt Beck klingen könnte. "Ihm ist übel mitgespielt worden", sagt er nur, "er sieht sich getäuscht und hat daraus die Konsequenzen gezogen."
Zum künftigen SPD-Chef Franz Müntefering fällt Lafontaine noch weniger ein. "Ein schwieriger Job" sei das. Das könne er aus eigener Erfahrung bestätigen. "Aber leid tun mir die Hartz-IV-Empfänger, die Rentner und die Arbeitnehmer, denn die SPD ist nicht bereit, ihre Agenda-Politik zu ändern, die dazu geführt hat, dass 25 Prozent der Deutschen im Niedriglohnsektor arbeiten und eine Rentenerwartung von 400 Euro haben."
Das ist sie, die Rhetorik, mit der Lafontaine schon die Beck-SPD vor sich hergetrieben hat. Nun da "die Parteirechte sich durchgesetzt und die Parteilinke eine erneute Niederlage erlitten hat", sieht Lafontaine erst recht keinen Grund, den Ton zu mäßigen. Wenn die SPD Erfolge der Agenda 2010 bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit geltend macht, so nennt er das "blanken Zynismus".
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ist das geblieben,was er immer war: Ein linker Sozialdemokrat. Ich wüsste zur Zeit niemanden zu nennen, der so entschieden um die sozialdemokratischen Werte kämpft wie dieser außergewöhnliche Politiker.Vielleicht wird es ihm die SPD eines Tages danken--man soll die Hoffnung ja nie aufgeben !
Asyl heisst doch eigentlich, vorübergehnd unterkommen, bis man wieder zurück kann... wer aber in der SPD etwas ändern will, müsste dabei bleiben und sich einbringen.
Und zu ändern wäre zunächst einmal die ART der Auseinandersetzung mit den Linken.Bis jetzt sehe ich da von SPD- Seite kaum Versuche einer Sachdiskussion: Lafonataines Rückzug aus der SPD hatte sicher auch Sachgründe-und wenn man die Geschehnisse um Kurt Beck verfolgt, wird in Ansätzen sichtbar was "Genosse Schröder" und seine Abziehbilder Steinmaier, Münte, Clement, Schily & Co wohl damals veranstaltet haben. Der Rückzug von damals -ohne die Vorgehensweise zu beschönigen- spricht eher für Lafontaine, der sich nicht verbiegen lassen wollte. Die SPD sollte aufhören, beleidigt zu sein, weil einer die Konsequenzen gezogen hat, ohne sich vorher die Erlaubnis des Sonnengottes aus Hannover zu holen. Sie sollte sich- wenn sie Volkspartei bleiben will- sich auf das besinnen, was die Linke programmatisch will, und die vielen machbaren Teile umzusetzen versuchen. Die SPD kommt mir manchmal vor wie ein Schiff, das auf ein Riff zuläuft und den Kurs nicht ändern will, weil auf der bisherigen Wegstrecke keine grössere Katastrophe passiert ist.
Politiker werden nicht gewählt für das, was sie getan haben sondern für das, was die Menschen ihnen zutrauen. Und zumindest im Bund ist das bei der SPD zur Zeit kein Anlass zu Optimismus.
Sie sollen also noch mehr Wahlversprechen abgeben an die sie sich dann nicht zu halten brauchen? Genau das treibt unsere Demokratie an den Rand des Abgrunds.
durch die HartzIV-Reformen die Seele der SPD verkauft. Zitat Heiner Geisler vom 8.9.08 .
Das Aufkommen der Linkspartei ist allein diesem Umstand zu verdanken. Erst wenn es der SPD gelingt, sich aus diesem Dilemna zu befreien, kann sie wieder zu einer Volkspartei werden, die über den 30-Prozent Tellerrand schauen kann.
Die Parteilinke muss in der Partei bleiben, denn nur sie kann die notwendigen Reformschritte in der SPD anstoßen. Die Zeit wird für sie spielen, denn die Einschläge: desaströse Wahlergebnisse in Bayern, im Saarland und im Osten kommen immer näher.
Na ja, die SPD sollte doch sehen der die Stimmung im Land grundsätzlich eher links ist. Da wäre es doch vernünftig links zu lärmen, eine paar unschädliche Linksprojekte zu forcieren um die Definitionshoheit über das Linke zu erlangen und ansonsten die Vernunft walten zu lassen.
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