Nach Parkland-Massaker Florida verschärft Waffengesetz

Abgeordnete des Repräsentantenhauses applaudieren Andrew Pollack, der seine Tochter Meadow bei dem jüngsten Schulmassaker verlor und Trumps Vorschlag unterstützt, Lehrer zu bewaffnen.

(Foto: AP)
  • Der Gesetzentwurf, den das Repräsentantenhaus am Mittwoch verabschiedet hat, sieht unter anderem eine Anhebung des Mindestalters für Waffenkäufe von 18 auf 21 Jahre vor.
  • Enthalten ist aber auch der Vorschlag, bestimmten Mitarbeitern einer Schule das Tragen einer Waffe zu erlauben.
  • Die nicht unumstrittene Vorlage muss nun noch von Floridas Gouverneur Rick Scott unterzeichnet werden.

Als Reaktion auf das Massaker an einer Schule in Florida mit 17 Toten hat nach dem Senat jetzt auch das Repräsentantenhaus des US-Bundesstaates einen Gesetzentwurf verabschiedet, der das Mindestalter bei Waffenkäufen auf 21 Jahre anheben würde. Der Entwurf passierte die Kammer am Mittwochabend (Ortszeit) und geht jetzt zur Unterzeichnung an Gouverneur Rick Scott.

Neben der Anhebung des Mindestalters von 18 auf 21 Jahren sieht der Entwurf eine dreitägige Wartezeit bei den meisten Waffenkäufen vor. Außerdem würde es bestimmten Mitarbeitern an Schulen erlaubt werden, eine Waffe zu tragen. Ebenfalls vorgesehen sind Programme zur psychischen Gesundheit an Schulen und Maßnahmen, die Menschen mit psychischen Erkrankungen von Waffen fernhalten sollen.

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Die Abgeordneten votierten mit 67 zu 50 Stimmen für den Entwurf. Die Abstimmung verlief nicht wie sonst oft üblich nach Parteizugehörigkeit: Es gab bei Republikanern wie Demokraten Ja- und Nein-Stimmen. Selbst unter Befürwortern ist die Vorlage in Teilen umstritten.

"March for Our Lives" in Washington

Bei dem Massaker an der Marjorie Stoneman Douglas High School in Parkland hatte ein 19 Jahre alter Ex-Schüler am Valentinstag 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen. Nach der Tat entbrannte in den USA erneut eine Debatte über ein schärferes Waffenrecht. Anders als bei vorherigen Bluttaten ist die Diskussion aber bislang nicht abgeebbt - auch auf Initiative der Schüler der Marjorie Stoneman Douglas High School hin, die für schärfere Gesetze werben und für den 24. März einen Protestmarsch in Washington initiiert haben.

Am Mittwoch war der mutmaßliche Todesschütze, ein 19-Jähriger, wegen Mordes in 17 Fällen angeklagt worden. Im Fall eines Schuldspruchs droht ihm die Todesstrafe.

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Ebenfalls am Mittwoch gab es im US-Bundesstaat Alabama erneut einen tödlichen Zwischenfall, bei der ein 17-jährihges Mädchen ums Leben kam. Zwei weitere Personen worden verletzt. Die Polizei sprach zunächst von einer "unbeabsichtigten Schießerei", ohne weitere Details zu nennen. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde sichergestellt.