Nach neuen Entführungen in Nigeria Luftangriff auf mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer

Angehörige der kamerunischen Streitkräfte unterstützen das nigerianische Militär im Kampf gegen Boko Haram.

(Foto: AFP)

Entführungen von mindestens 90 Menschen, ein Anschlag auf eine Hochschule und eine Bombenexplosion bei einem Public Viewing: In den vergangenen Tagen soll die nigerianische Terrorgruppe Boko Haram erneut Dutzende Menschen getötet oder verschleppt haben. Das Militär reagierte mit einem Luftschlag.

  • Das nigerianische Militär hat einen Luftangriff auf mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer geflogen.
  • In den vergangenen Tagen sollen in Nordnigeria erneut zahlreiche Menschen durch die Boko Haram getötet oder entführt worden sein.
  • Die Entführungsopfer stammen aus derselben Region wie die mehr als 200 Schülerinnen, die Mitte April verschleppt worden waren und durch die Twitteraktion #BringBackOurGirls weltweite Aufmerksamkeit erfuhren.

Militäraktion gegen Extremisten

Als Reaktion auf neue Angriffe und Entführungen, die die islamistische Terrorgruppe Boko Haram verübt haben soll, hat die nigerianische Armee im Norden des Landes Luftangriffe auf Mitglieder der Gruppierung geflogen. Einem Medienbericht zufolge sind dabei mehr als 70 mutmaßliche Extremisten getötet worden. Der Angriff habe den Männern gegolten, die am vergangenen Wochenende zwei Dörfer im Bundesstaat Borno überfallen hätten, berichtete die Zeitung The Vanguard unter Berufung auf Augenzeugen und Armeekreise.

Neue Entführungen durch Boko Haram

Im Norden Nigerias sollen in der vergangenen Woche erneut Dutzende Menschen getötet oder verschleppt worden sein. Augenzeugen zufolge starben bei mehreren Angriffen mindestens 30 Menschen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Zudem sollen mindestens 60 Frauen und Mädchen entführt worden sein, darunter Zeugen zufolge auch kleine Mädchen und Babys. Auch 31 Männer sollen gekidnappt worden sein.

Die Entführungen aus mehreren Dörfern im Bundesstaat Borno sollen sich in der vergangenen Woche zwischen Donnerstag und Samstag ereignet haben. Das berichtete die Zeitung Premium Times unter Berufung auf Mitglieder von Bürgerwehren und Augenzeugen. Eine offizielle Bestätigung für diese Angaben gab es zunächst nicht. In den vergangenen Tagen hatte es mehrfach widersprüchlichen Meldungen gegeben.

Die Täter

Es wird vermutet, dass Kämpfer der Boko Haram hinter den Taten stecken. Die Terrorgruppe verübt seit Jahren immer wieder schwere Anschläge, Tausende Menschen fielen diesen zum Opfer. Die Extremisten hatten bereits Mitte April mehr als 270 Schülerinnen aus dem Ort Chibok in der gleichen Region entführt. Von den Mädchen fehlt bisher jede Spur. Die Boko Haram hatte gedroht, die meist christlichen Mädchen als Sklavinnen zu verkaufen.

Bombenanschlag auf Universität

Erst am Montag sind bei einer Bombenexplosion in einer Hochschule in der nordnigerianischen Stadt Kano mindestens acht Menschen getötet und 20 Menschen verletzt worden. Obwohl sich zunächst niemand zu der Tat bekannte, schreibt die Polizei den Anschlag ebenfalls Boko Haram zu. Die Gruppe, deren Name übersetzt etwa "Westliche Bildung ist Sünde" heißt, verübt in der Region regelmäßig Attentate auf Bildungseinrichtungen. Die Islamisten werden auch für einen Bombenanschlag in Damaturu verantwortlich gemacht, bei dem vergangene Woche 21 Zuschauer der Fußball-WM getötet wurden.