Nach Napolitanos Absage Steinbrücks Klappe

Nach seiner Äußerung, Grillo und Berlusconi seien Clowns, ist Steinbrück fristlos gekündigt worden. Nicht als SPD-Kanzlerkandidat, aber als Gesprächspartner von Italiens Staatspräsident Napolitano. Steinbrück handelte unklug und belastete das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Italien und Deutschland.

Ein Kommentar von Kurt Kister

Er hat ja völlig recht, der Chefdiplomat der SPD und Kavalleriehauptmann Steinbrück. Beppe Grillo ist ein Clown und Silvio Berlusconi auch - schlimmer noch, er ist die Karikatur eines Clowns. Nun weiß aber jeder abhängig Beschäftigte, dass man Abteilungsleiter oder Geschäftsführer zwar für Idioten oder soziale Dysfunktionalisten halten darf. Sagt man das aber öffentlich, kann man fristlos gekündigt werden.

Steinbrück ist gerade fristlos gekündigt worden. Zwar nicht als SPD-Kanzlerkandidat, aber dennoch als Gesprächspartner des italienischen Staatspräsidenten Napolitano, der kein Clown ist. Hätte sich der gerade in Deutschland weilende Napolitano trotzdem mit Steinbrück getroffen, wäre dies zumindest von vielen Wählern Grillos und Berlusconis als Bestätigung einer Beleidigung aufgefasst worden. Napolitano blieb nichts anderes übrig, als Steinbrück auszuladen.

Das Aussprechen von Wahrheiten in der Politik kann mutig sein. Aber wer nicht darauf achtet, wann und unter welchen Umständen er was sagt, der handelt weniger mutig als vielmehr unklug. Im Falle der Clowns kommt dazu, dass Deutschland und die deutsche Politik in Italien zu den zentralen, negativ besetzten Wahlkampfthemen gehörten. Steinbrück ist es gelungen, diese Form der Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten. Manchmal ist es wirklich ein Kreuz mit diesem Kandidaten und seiner Klappe.