Bislang ist Scotland Yard von vier Attentätern ausgegangen. Jetzt mehren sich offenbar die Hinweise auf einen weiteren Komplizen. Seine mutmaßlichen Mittäter sind weiterhin auf freiem Fuß.

Am Abend meldete die britische Polizei eine dritte Festnahme. Fahnder hätten in Tulse Hill im Süden der britischen Hauptstadt einen Verdächtigen gefasst und auf Grundlage des Anti-Terror-Gesetzes in Gewahrsam genommen, teilte Scotland Yard mit. Bei dem Festgenommenen handelt es sich jedoch offenbar nicht um einen der gesuchten Attentäter vom Donnerstag.

Polizisten sprechen mit einem Mann in der Nähe von Stockwell Station. Hier erschoss die Polizei am Freitag einen zu Unrecht verdächtigten. (© Foto: Reuters)

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Im nahegelegenen Stadtviertel Stockwell hatte die Polizei bereits am Freitag zwei Verdächtige festgenommen. Auch sie sollen nicht zu den Attentätern zählen.

Bei ihrer Fahndung hatte die Polizei am Freitag einen irrtümlich unter Verdacht geratenen Mann erschossen. Wegen der Todesschüsse stehen die Behörden in der Kritik. Im U-Bahnhof Stockwell hatte am Donnerstag ein Attentäter eine Bombe gezündet. Diese war jedoch nicht vollständig explodiert.

Päckchen im Park

Insgesamt hatten Attentäter in drei U-Bahnen und einem Bus Sprengsätze gezündet, die offenbar nicht richtig funktionierten. London entging dadurch wohl einem erneuten Blutbad. Genau zwei Wochen zuvor waren bei vier Bombenanschlägen im Londoner Nahverkehrsnetz 56 Menschen ums Leben gekommen.

Laut einem Zeitungsbericht war an den verfehlten Anschlägen vielleicht ein fünfter Attentäter beteiligt. Die Polizei wolle weitere verdeckte Ermittler an den Untersuchungen beteiligen, nachdem am Samstag in einem Park im Westen von London ein Sprengstoffpaket gefunden worden war, berichtet die britische Tageszeitung The Times unter Berufung auf Polizeikreise.

Das Päckchen habe den gleichen Sprengstoff enthalten, der am Donnerstag in drei U-Bahnen und einem Bus zurückgelassen hätten. Dies deute darauf hin, dass ein fünfter Attentäter "seinen Auftrag vielleicht aus unbekannten Gründen abgebrochen hat".

Fieberhafte Suche

Nach den fehlgeschlagenen Attentaten hatte die Polizei Fahndungsfotos von vier Verdächtigen veröffentlicht, die von Überwachungskameras aufgenommen worden waren. Die Männer konnten entkommen, nachdem die Sprengsätze in ihren Rucksäcken nicht vollständig explodiert waren.

Londons Polizeichef Ian Blair sagte dem Fernsehsender Sky News, nach den vier Männern werde in ganz Großbritannien fieberhaft gesucht. Es gebe keinen Grund anzunehmen, dass sie das Land verlassen hätten. Dem Bericht der Times zufolge nimmt die Polizei an, dass die Verdächtigen in London lebten und ostafrikanischer Herkunft sind.

Die drei seit Donnerstag festgenommenen Männer gehörten nicht zu den Attentätern, hieß es in der Zeitung.

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(AFP/dpa)