Nach Lafontaines Rückzug Ernst will Wagenknecht als Linke-Chefin

Klaus Ernst favorisiert nach dem Rückzug von Oskar Lafontaine Sahra Wagenknecht. "Sie hat Ausstrahlung weit über die Partei hinaus. Ich halte sie für besonders geeignet als Vorsitzende", sagte der scheidende Chef der Linken der "Süddeutschen Zeitung".

Der scheidende Linke-Chef Klaus Ernst will nach dem Rückzug von Oskar Lafontaine von der Kandidatur um die Linke-Spitze dessen Partnerin Sahra Wagenknecht unterstützen. "Sie hat Ausstrahlung weit über die Partei hinaus. Ich halte sie für besonders geeignet als Vorsitzende", sagte Ernst der Süddeutschen Zeitung.

Er sei dafür, "dass wir die Idee einer weiblichen Doppelspitze zur Grundlage der Suche nach einer integrativen Lösung machen". Zuvor hatten Katja Kipping und Katharina Schwabedissen eine gemeinsame Kandidatur angekündigt.

Harsche Kritik äußerte Ernst am Umgang von Teilen der Partei mit Lafontaine. "Es gab eine unerträgliche Debatte. Oskar Lafontaine hat sich bereit erklärt, in einer schwierigen Zeit für die Partei Verantwortung zu übernehmen und uns wieder nach vorn zu bringen. Dafür ist er beschimpft worden", sagte der Parteichef. "Lafontaine steht für ein paar Prozent mehr - und zwar in West wie Ost. Diejenigen, die ihn beschimpft haben, müssen sich fragen, ob das geholfen hat oder geschadet", betonte Ernst.

Indirekt forderte er Lafontaines Gegenspieler Dietmar Bartsch zum Rückzug auf: "Er sollte darüber nachdenken, ob eine weibliche Doppelspitze nicht sinnvoller ist. Bartsch polarisiert offenkundig. Wir brauchen aber Integrationsfiguren." In diesem Zusammenhang tadelte Ernst auch den Fraktionschef der Linken im Bundestag. "Gysi hat öffentlich ein Gespräch zwischen Lafontaine, Bartsch und mir bewertet, an dem er selbst gar nicht teilgenommen hat. Sicher hat auch das zur Entscheidung Lafontaines beigetragen", sagte Ernst.

Gysi hatte sich am Montag in einer Erklärung auf die Seite von Bartsch gestellt. Die Linke wählt Anfang Juni in Göttingen ihre neue Führung.

Die Frau an ihrer Seite

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