Nach der Schlappe in Hessen fordert das Deutsch-Türkische Forum, künftig Migranten nicht mehr durch polarisierende Wahlkämpfe vor den Kopf zu stoßen. Ansonsten riskiere die Union, diese wichtige Wählergruppe zu verlieren.
Nach der hessischen CDU-Kampagne zum Thema Ausländerkriminalität verlangen die türkischstämmigen Christdemokraten von Parteichefin Angela Merkel eine Kursänderung. In einem Brief an das Präsidium der CDU, der sueddeutsche.de vorliegt, kritisiert das Deutsch-Türkische Forum (DTF) Kochs Kampagne und warnt, damit die Migranten als wichtige Wählergruppe vor den Kopf zu stoßen.
In der Kritik: Hessens Noch-Ministerpräsident Roland Koch (© Foto: AP)
Anzeige
"Ich glaube, dass Roland Kochs polarisierender Wahlkampf, der die Kriminalität ausländischer Jugendlicher in der Fokus gerückt hat, entscheidend zu den großen Stimmenverlusten der CDU in Hessen beigetragen hat", schreibt DTF-Vorsitzender Bülent Arslan. "Wir müssen uns festlegen: Wollen wir in Zukunft eine Partei sein, die nur die Deutschstämmigen anspricht, oder binden wir die Wählergruppe der Menschen mit Migrationshintergrund bewusst mit ein?" heißt es in dem Brief.
Migranten sind nach Ansicht Arslans inzwischen in weiten Teilen Deutschlands eine wahlentscheidende Bevölkerungsgruppe, von denen viele die konservativen Werte der CDU teilten. "Sie fühlen sich jedoch bewusst von der Partei vor den Kopf gestoßen und ausgegrenzt. Der Wahlkampf von Roland Koch ist dafür ein Beispiel", schreibt der Vorsitzende. Stattdessen solle die CDU den Weg fortsetzen, den sie mit dem Integrationsgipfel und der Islamkonferenz begonnen habe.
Die CDU laufe Gefahr, künftig keine bürgerlichen Mehrheiten mehr zu erlangen. Angesichts von einem Migrantenanteil in Großstädten von mehr als 40 Prozent derer, die heute jünger als zehn Jahre alt sind, scheine die Antwort unausweichlich: "Um zukunftsfähig zu bleiben, muss die CDU gerade in Wahlkampfzeiten eine Polarisierung um das Thema Migration und Ausländer in Deutschland vermeiden".
Sachlichen Argumenten dürfe "keine negative Emotionalisierung" mehr folgen. Der Begriff des Integrationslands Deutschland müsse "als ein integraler Bestandteil des CDU-Programms wahrgenommen und kommuniziert werden".
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de/AP/Reuters/bica/mako/schä)
Reizwort abzusuchen. Meine Feststellung ging an CQS, 29.1., 17.57h. Weiterhin bekräftige ich diese.
Zusätzlich: es wäre hoch vorteilhaft, wenn die o.a. Gruppe der Türken, die CDU wählen, sich mit einer sehr klaren Kampagne gegen die in Rede stehenden Straftaten distanzierten.
"Ihr Hinweist ist unverständlich?? Was genau möchten Sie a) feststellen und b)fragen?"
Sie meinten, ein passender Beitrag zu einem Artikel, in dem es darum geht, dass ein türkischer Verband darauf hinweist, dass die CDU sich zur Zeit selbst unwaehlbar macht für Konservative mit Migrationshintergrund, sei eine diffuse Andeutung der Themen "Zwangsehe oder Ehrenmord". Sie stellten dies so dar, als handele es sich dabei um akzeptiertes Verhalten unter Konservativen türkischer Abstammung und stellten diese damit in den Gegensatz zu Konservativen deutscher Abstammung, die derartige Ansichten nicht teilten. Dies taten sie in einer persönlichen Form, "ich kenne keine"... - worauf mir nichts besseres einfiel, als meine ebenso persönliche Erfahrung wiederzugeben, dass ich ebenso niemanden kenne, der ihrem Bild eines mordenden und Druck ausübenden Migranten entspraeche. Die Frage an sie waere - haben sie tatsaechlich türkischstaemmige Bekannte und Freunde, die es ok finden die Verwandtschaft um die Ecke zu bringen oder zum Heiraten zu nötigen? Und was hat das mit den im Artikel genannten Vertretern des DTF zu tun, vertreten die derartige Auffassungen?
Zu dem anderen Kommentar, ich halte die Behauptung, die türkischstaemmigen Mitglieder der CDU seien in der Mehrheit tatsaechlich für gewagt. Belegt ist sie nicht. Und da wir nicht mehr im Mittelalter leben und auch nicht mehr in den 50ern, denke ich dass die meisten meiner Mitbürger Religion und Politik durchaus auseinanderhalten können. Wie sich das nun wieder alles in der Türkei verhaelt ist ein noch einmal anderes Thema.
attestieren ist sicher möglich, nur sollten Sie dann Ihr eigenes Thema Deutscher in der ´Türkei neu definieren - oder wie ist Ihr Fragehintergrund der absolut durchsichtig leuchtet zu versehen?
feststellen und b)fragen?
"ich kenne keinen Wertkonservativen der im Weltbild-Portfolio Zwangsehe oder Ehrenmord hat."
Ich kenne auch keine Türken in Deutschland, in deren Weltbild sowas vorkommt. Türken in der Türkei schon gar nicht.
Habe ich jetzt die falschen Freunde oder sie eine verzerrte Wahrnehmung?
Paging