Nach "Guardian"-Bericht Syrien weist Foltervorwürfe zurück

"Es handelt sich um politisch motivierte Berichte": Syrien weist Vorwürfe von sich, wonach in dem Land Tausende politische Gefangene systematisch gefoltert worden sein sollen. Die Beweisfotos seien eine Fälschung.

Die drei ehemaligen UN-Staatsanwälte sind fest davon überzeugt: Das ihnen vorliegende Material beweist die Misshandlung und Tötung von 11.000 politischen Gefangenen in Syrien, die in anonymen Massengräbern verscharrt wurden.

Die syrische Regierung hat die Vorwürfe jedoch zurückgewiesen. "Das Justizministerium billigt diesen Berichten keine Authentizität zu", heißt es in einer Erklärung, die von der staatlichen Nachrichtenagentur Sana verbreitet wurde. "Es handelt sich um politisch motivierte Berichte, denen es an Objektivität und Professionalität mangelt." Die Fotos seien eine "Fälschung".

Der britische Guardian und die Webseite des US-Senders CNN hatten am Dienstag über einen syrischen Polizei-Fotografen berichtet, der bei der Flucht aus Syrien rund 55.000 Fotos von getöteten Folteropfern mitgenommen hatte.

Nach Ansicht der Anwälte könnten sie bei künftigen internationalen Strafverfahren gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad und andere Vertreter seines Regimes als Beweismaterial dienen.

Die Berichte im Guardian und bei CNN erschienen unmittelbar vor der Friedenskonferenz für Syrien.