Gestern hatte Nordkorea noch den Verzicht auf Atomwaffen versprochen - nun folgen bereits die ersten Bedingungen. Die USA werfen den Machthabern in Pjöngjang Vertragsbruch vor.
Nordkorea hat die Beendigung seines umstrittenen Atomprogramms vom Bau von Leichtwasserreaktoren durch die USA abhängig gemacht. Das Land werde auch dann erst zum Atomwaffensperrvertrag zurückkehren, wenn die USA die Reaktoren bereitstellten, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang.
Machtpoker mit Sonnenbrille: Nordkoreas Regierungschef Kim Jong-il stellt Bedingungen. (© Foto:)
Anzeige
Erst einen Tag zuvor hatte sich Nordkorea bei den so genannten Sechs-Länder-Gesprächen über sein umstrittenes Atomprogramm grundsätzlich zur Aufgabe all seiner Kernwaffen und seines Nuklearprogramms verpflichtet.
"Die USA sollten erst gar nicht davon träumen, dass die Volksrepublik (Nordkorea) vor der Lieferung von Leichtwasserreaktoren ihre atomare Abschreckung abbaut", wurde ein Ministeriumssprecher in Pjöngjang von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA zitiert. Die Bereitstellung von Reaktoren zur Energiegewinnung bedeute eine "physische Garantie der Vertrauensbildung".
Auch der nordkoreanische Chefunterhändler bei den Sechs-Parteien-Gesprächen bekräftigte vor seinem Abflug aus der chinesischen Hauptstadt Peking, dass die Lieferung eines Leichtwasserreaktors die Bedingung für den Stopp des Atomprogramms sei.
Damit könnten die Vereinigten Staaten beweisen, dass sie ihre feindselige Handlung gegenüber Nordkorea änderten, sagte Kim Gye Gwan auf dem Flughafen.
Die Forderung des Landes nach der friedlichen Nutzung der Kernenergie war einer der Hauptstreitpunkte bei den Sechser-Gesprächen in Peking. Als Gegenleistung für den Verzicht auf Atomwaffen winken dem verarmten Nordkorea Energiehilfen, wirtschaftliche Kooperation und eine Normalisierung der Beziehungen zu den USA und Japan.
Die Teilnehmer hatten in einer gemeinsamen Erklärung zugestimmt, zu einem "angemessenen Zeitpunkt" über das Thema einer Bereitstellung eines Leichtwasserreaktors zu diskutieren.
Die Forderung von Nordkorea bezeichneten die USA und Japan als unannehmbar. "Dies ist offensichtlich nicht Teil der Abmachung, die sie unterzeichnet haben, und wir werden sehen, was die kommenden Wochen bringen", sagte eine Sprecher des US-Außenministeriums in New York.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de/dpa/AFP)