Aus Furcht vor einem neuen Gas-Streit fordert die Ukraine, die Vormachtstellung des russischen Gazprom-Konzerns einzuschränken.
Die Beilegung des Gasstreits mit Russland garantiert nach ukrainischer Darstellung keine Versorgungssicherheit für Europa. "Um die Wiederholung einer solchen Situation zu verhindern, müssen eine Reihe von Maßnahmen getroffen werden", sagte der ukrainische Vize-Außenminister und Gas-Chefunterhändler Konstantin Jelissejew der Süddeutschen Zeitung am Montag in Berlin.
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Russisches Gas strömt wieder nach Westen- doch wie lange? (© Foto: dpa)
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Die Einigung vom 19. Januar, die einen zweiwöchigen Lieferstopp beendet hatte, schließe neue Schwierigkeiten nicht aus. "Wir müssen das Monopolproblem in Angriff nehmen", forderte Jelissejew. Energiesicherheit werde es nur geben, wenn die Vormachtstellung des russischen Gazprom-Konzerns eingeschränkt - und die Ukraine ins Energiesystem der Europäischen Union integriert werde.
"Wir müssen den Missbrauch von Gas als politisches Druckmittel verhindern", sagte Jelissejew. Er erneuerte damit den Vorwurf, Russland habe den Gasstreit aus politischen Gründen eskalieren lassen. Russland hatte angebliche ukrainische Schulden und die Uneinigkeit über Lieferpreise ins Feld geführt. Nach dem jetzt geltenden Kompromiss muss die Ukraine europäische Marktpreise für russisches Gas zahlen, zunächst mit einem 20-prozentigen Abschlag, von 2010 an in voller Höhe. Der zeitweilige Lieferstopp hatte in mehreren EU-Ländern extreme Versorgungsengpässe ausgelöst und erhebliche Verärgerung sowohl über den Lieferanten Russland als auch über das Transitland Ukraine ausgelöst.
Trotz des Imageschadens wünscht sich die Ukraine nun eine Stärkung ihrer Rolle. "Wir haben den Vorschlag gemacht, dass die EU-Staaten ihr Gas an der russisch-ukrainischen Grenze kaufen", erläuterte Jelissejew. Die Ukraine würde dadurch zum Zwischenhändler werden.
Die geplante Ostsee-Pipeline bezeichnete Jelissejew als unwirtschaftlich. Sinnvoller sei es, durch Investitionen in Höhe von zwei bis drei Milliarden Euro die Effizienz des ukrainischen Durchleitungsnetzes zu steigern. Auch deutsche Experten warnen vor Unsicherheiten für die künftige Gasversorgung. Grundlegende Probleme blieben ungelöst und lieferten Zündstoff für neuen Streit, heißt es in einem Papier der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. "Damit muss die Versorgungssicherheit auf dieser Route weiterhin als gefährdet gelten", wird gewarnt.
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(SZ vom 03.02.2009/jkr)
Schon gar nicht die Idee die Ukraine als Zwischenhändler für Gas, das ist eine absurde Idee. Denn die dubiose Rolle der Zwischenhändler in der Ukraine ist unklar. Im Gaskonflikt selbst war die Position der Ukrain sehr fragwürdig und auch die Demokratie ist hier noch in den Kinderschuhen. Russland hat wenigstens das Interessee mit dem Gas Geld zu machen, und hat dies bis auf das Ukraine Problem einwandfrei gelöst.
Hände weg von der Ukraine und anderen Nachfolgestaaten der Sowjet Union, zumindest noch für einige Jahre.
die Ukraine muss sich hier melden.Ein bankrotter Staat der sich auf Kosten der Russen aufpeppeln wollte.
Bekanntlich bekamen die Staaten des Warschauer Vertrages das sowjetische Erdöl und Erdgas billiger, als der Westen. Dafür mußten sich die Länder am Bau der Erdölleitungen finanziell und mit ihren Kräften und Mittel beteiligen. Die Leitungen werden heute noch genutzt. Als in den Siebzigern eine Erdölkrise hereinbrach, erhöhte die Sowjetunion auch der DDR die Preise, ohne das die etwas entgegenen konnte. Daraufhin veredelte die DDR das immer noch billiger erhaltene Erdöl und verkaufte Benzin und andere Produkte für gutes Geld an den Westen. Die DDR wurde zum Zwischenhändler und machte gute Geschäfte. Als Moskau dies mitbekam, gab es Krach und neue Preise.
als politische Druckmittel verhindern." So der O-Ton von Jelissejew.
Die vermutlich sicherste Verhinderung von Missbrauch wäre, die Ukraine mit anderen Pipelines zu umgehen. So eben mittels der Pipeline durch die Ostsee (Northstream) und die durch das Schwarze Meer (Southstream).
Auf längere Sicht wird das zumindest für Russen und Europäer wesentlich wirtschaftlicher sein.
Es wäre schön wenn Hr. Brössler den geschriebenen Artikel selbst noch einmal durchliest und mal gründlich überlegt, was er da geschrieben hat... und das nächste mal durchlesen und nachdenken, bevor man es veröffentlicht.
"Die geplante Ostsee-Pipeline bezeichnete Jelissejew als unwirtschaftlich." Würde ich auch bezeichnen, wenn ich keine Krümmel von dem schmackhaften Kuchen mehr abbekomme.
"Sinnvoller sei es, durch Investitionen in Höhe von zwei bis drei Milliarden Euro die Effizienz des ukrainischen Durchleitungsnetzes zu steigern." Hat Russland schon seit Jahren vorgeschlagen. Klar nicht um sonst, denn Russland will eine gewisse Kontrolle über die Pipelines haben, gegen günstigeres Gas für Ukraine. Funktioniert sehr gut mit Weißrussland. Dagegen hat Juschenko ein Gesetzt entworfen. Nun soll aber USA bei der Modernisierung helfen. Ob die das aus dem "Good Will" und um sonst machen??? Wenn die Jungs sich die Pipelines unter Kontrolle gerissen haben. Dann wird Europa schon sehen, wonach es zu tanzen hat.
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