Die fünf in Libyen zu lebenslanger Haft verurteilten bulgarischen Krankenschwestern und ein palästinensischer Arzt sind am Morgen in Sofia gelandet. Sie wurden umgehend begnadigt. Die EU will nun die Beziehungen zu Libyen verbessern.

Die in Libyen zu lebenslanger Haft verurteilten bulgarischen Krankenschwestern und ein Arzt sind nach mehr als acht Jahren hinter Gitter frei.

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Jubel bei der Ankunft in Sofia: Die bulgarischen Krankenschwestern sind zurück in der Heimat. (© Foto: AFP)

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Die fünf Krankenschwestern und der palästinensischstämmige Arzt landeten am Dienstagvormittag auf dem Flughafen in Sofia, teilte das bulgarische Außenministerium am Morgen mit.

Sie wurden unmittelbar begnadigt. Der bulgarische Außenminister Iwajlo Kalfin verlas nach der Begrüßung einen entsprechenden Erlass von Staatspräsident Georgi Parwanow.

Die Freigelassenen flogen in einer Maschine des französischen Staats. Die Frau des Präsidenten Nicolas Sarkozy, Cécilia, und EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hatten sich seit Sonntag in Libyen aufgehalten, um die Freilassung der Krankenschwestern zu erreichen.

An den Verhandlungen war auch eine Wohltätigkeitsstiftung von Seif al Islam al Gaddafi, dem Sohn des libyschen Staatschefs Muammar el Gaddafi, beteiligt. Die Familien der in einem Krankenhaus in Bengasi infizierten Kinder erhalten jeweils eine Entschädigung von einer Million Dollar.

Daraufhin wandelte der Oberste Richterrat des arabischen Landes die Todesurteile am vergangenen Dienstag in lebenslange Haftstrafen um.

Der Gaddafi-Sohn erklärte, das Geld des Bengasi-Fonds sei von Bulgarien und der Tschechischen Republik aufgebracht worden. Ein Teil davon seien erlassene libysche Staatsschulden. Doch auch libysches Geld sei in den Fonds geflossen.

Den Bulgarinnen und dem palästinensischen Arzt war vorgeworfen worden, Hunderte libysche Kinder absichtlich mit dem HI-Virus infiziert zu haben. Experten hatten dies allerdings bezweifelt und die schlechte Hygiene in der Klinik als vermutlichen Grund für die Infektionen genannt.

Ferrero-Waldner stellte der libyschen Regierung eine Vertiefung der gegenseitigen Beziehungen in Aussicht. Die Überstellung der sechs nach Bulgarien "wird den Weg für neue und vertiefte Beziehungen zwischen der EU und Libyen frei machen", erklärte die EU-Kommissarin laut einer in Brüssel veröffentlichten Pressemitteilung am Dienstag bei ihrer Ankunft in Sofia.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier reagierte mit Erleichterung auf die Freilassung. Der SPD-Politiker erklärte: "Sie haben in Libyen acht lange Jahre des Leids in Haft verbracht. Ihre Rückkehr in die Heimat ist das Ergebnis langer und schwieriger Verhandlungen. Ich bin stolz darauf, dass wir unter deutscher Ratspräsidentschaft hierzu beitragen durften."

Steinmeier hatte Libyen Mitte November 2006 besucht und dabei in Tripolis auch mit Revolutionsführer Muammar al Gaddafi gesprochen. Außerdem hielt er sich am 10. und 11. Juni zu Verhandlungen in Bengasi und Tripolis auf.

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(AFP/AP/dpa)