Der Schweizer Bundespräsident Moritz Leuenberger hat am Unglücksort von einem "Ort des Grauens" gesprochen. Als Konsequenz aus dem Unfall will die Schweiz das Land für den Schwertransitverkehr teilweise sperren.

Zwei Tage nach dem Unglück im Schweizer Gotthard-Tunnel haben Bergungskräfte am Freitag versucht, bis zur Unfallstelle vorzudringen.

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Durch den Unfall im Gotthard-Tunnel ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen durch die Alpen blockiert. (© )

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Die Polizei teilte mit, das Feuer, das am Mittwoch nach dem Zusammenstoß zweier Lastwagen etwa einen Kilometer vor dem Südausgang des Tunnels ausgebrochen war, sei in der Nacht gelöscht worden.

Mindestens elf Menschen, darunter vier Deutsche und ein Schweizer, kamen ums Leben. Bis zu 128 Menschen wurden noch vermisst.

Mehrere Monate nicht befahrbar

Am Freitag sollte zunächst die Tunneldecke gesichert werden, um Rettungskräfte vor herab stürzenden Trümmerteilen zu schützen und die Bergung zu ermöglichen.

Vermutlich werde der Tunnel, einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen der Schweiz, mehrere Monate nicht befahrbar sein, teilten die Behörden mit.

Die Zahl der Vermissten könnte geringer als vermutet sein, da besorgte Freunde und Angehörige die Vermissten mehrmals gemeldet hätten. "Was die Zahl der Vermissten betrifft, ist die Situation chaotisch", sagte Romano Piazzini, Polizeichef in Tessin.

Die Polizei ging davon aus, dass sich noch zehn bis 40 Fahrzeuge unter den Trümmern befanden. Die am Vortag geborgenen Toten waren der Polizei zufolge erstickt.

Wegen der Hitze und der Einsturzgefahr im Tunnel war es den Rettungskräften bislang nicht gelungen, zum Brandherd vorzudringen. "Die Sicherheit der Rettungskräfte muss Priorität haben", sagte der Abgeordnete Marco Borradori.

Teilsperrung für Transitverkehr

Da die Ausweichrouten den Mehrverkehr nicht auffangen könnten, werde die Schweiz mit der Europäischen Union (EU) Gespräche über ein Teilsperrung des Landes für den Schwerverkehr-Transit sprechen.

Mit 17 Kilometern ist der 1980 eröffnete Gotthard-Tunnel der längste Straßentunnel in Kontinentaleuropa. Er erhielt bei Sicherheitsuntersuchungen wie etwa im Jahr 1999 vom ADAC immer gute Sicherheitsnoten. In den vergangenen Jahren war es in den Alpentunneln immer wieder zu Unfällen mit Bränden gekommen, bei denen Dutzende Menschen starben. Auch im Gotthard-Tunnel waren in den vergangenen Jahren wiederholt Feuer ausgebrochen.

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