Nur zögerlich veröffentlichen offizielle Stellen in Simbabwe Ergebnisse von der Wahl am Samstag. Opposition und unabhängige Beobachter sehen bereits Trends - allerdings unterschiedliche.

Nach der Wahl in Simbabwe hat die Opposition den Sieg für sich beansprucht. Ein Wahlsieg von Präsident Robert Mugabe sei angesichts der Faktenlage nicht möglich, sagte der Generalsekretär der oppositionellen Bewegung für einen Demokratischen Wandel (MDC), Tendai Biti.

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Besorgte Bürger warten vor einem Wahllokal in Simbabwe auf Ergebnisse (© Foto: dpa)

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Eigenen Angaben zufolge hat die MDC in 96 von 128 ausgezählten Wahlkreisen gewonnen. Auch bei der Präsidentschaftswahl sieht die Oppositionspartei ihren Kandidaten Morgan Tsvangirai mit 60 Prozent der Stimmen klar vorne.

Unabhängige Beobachter erklärten, der Trend deute tatsächlich darauf hin, dass die MDC bei der Präsidentenwahl in Führung liege. Der Vorsprung reiche aber nicht aus, um eine Stichwahl zu vermeiden. Dafür sind mindestens 50 Prozent der Stimmen nötig.

Bis zum Dienstagmorgen nannte die Wahlkommission keine Endergebnisse der Präsidenten-, Parlaments- und Kommunalwahlen vom Samstag. Lediglich für 90 von 128 Parlamentssitzen waren nach amtlichen Angaben die Mandate vergeben - 43 an die Regierungspartei ZANU PF von Präsident Robert Mugabe und 47 an die MDC. Die Verzögerungen bei der Bekanntgabe des Wahlergebnisses lassen in Simbabwe neue Manipulationsvorwürfe laut werden.

Die Bundesregierung in Berlin appellierte ebenso wie Großbritannien und die EU-Kommission an die Behörden in Simbabwe, die Auszählung der Stimmen schnell und in transparenter Weise abzuschließen. Die USA forderten die Behörden auf, den Willen der Wähler zu respektieren.

Die Außenminister von Großbritannien, Frankreich, Italien, den Niederlanden, der Slowakei, Slowenien und Spanien erklärten am Montagabend gemeinsam, sie verfolgten "mit Interesse und Bewunderung" die Berichte von Gruppen der simbabwischen Zivilgesellschaft über Einzelergebnisse aus Wahllokalen.

"Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit demokratisch gewählten simbabwischen Behörden, von denen erwartet wird, dass sie die Menschenrechte und die Einhaltung der Gesetze verbessern, zum Wohl des simbabwischen Volks", hieß es in der in Paris veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.

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(AP/dpa/bavo)