Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland zieht die Konsequenzen aus der Tragödie auf der Loveparade: Er will vom Stadtrat abwählen lassen. Einen sofortigen Rücktritt lehnt er weiterhin ab.
Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) will sich nach der Loveparade-Tragödie einem Abwahlverfahren im Stadtrat stellen. In einer persönlichen Erklärung hieß es am Montag: "Selbstverständlich werde ich mich wie bereits von mir angekündigt einem gemäß der Gemeindeordnung für das Land NRW vorgesehenen Abwahlverfahren stellen."
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"Für mich steht fest: Ich werde mich meiner Verantwortung uneingeschränkt stellen der persönlichen wie der politischen. Beides hängt allerdings zusammen. Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich erst Klarheit über eine etwaige tatsächliche Verantwortung der Stadtverwaltung haben muss, bevor ich die politische Verantwortung dafür übernehme", teilte Sauerland mit.
Bei einer Massenpanik während der Loveparade am 24. Juli starben 21 Menschen, über 500 wurden zum Teil schwer verletzt. Die Stadtverwaltung muss sich den Vorwurf gefallen lassen, sie habe die Veranstaltung genehmigt, ohne für ausreichende Sicherheitsvorkehrungen gesorgt zu haben. Warnungen von Polizei und Feuerwehr seien in den Wind geschlagen worden.
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(sueddeutsche.de/liv)
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!!!!!!!! ABWAHLVERBOT für Sauerland. !!!!!!!!
Sauerlands politische Karriere ist eh vorbei und jeder Politiker der die Abwahl voran treibt
unterstützt OB Sauerland, da er gar keine andere Wahl hat als den Rücktritt.
Ich als Unternehmer muss auch für alles in meinem Betrieb geradestehen und bekomm nicht
die Taschen voll wenn ich dermaßen fahrlässig Handel.
Kein Politiker greift dem anderen in die Tasche. Für die Kosten sind wir doch da, oder?
Man sollte meinen dass ein solches Amt aus idealistischen Gründen angenommen wird
und das Herr Sauerland sich über die Verantwortung und den damit zusammenhängenden
Konsequenzen die ein solchen Amt und deren Entscheidungen mit sich bringt bewusst war.
Aber das Geld…….
Idealismus oder Gier??? Entscheidet Ihr!!!!!
Und die betroffenen Teilnehmer haben auch tragischerweise die Konsequenzen in Kauf nehmen müssen, wobei ich deren "Schuld" doch sehr auf das Minimum reduziert sehen würde, was das allgemeine Lebensrisiko betrifft, das in bestimmten Situationen mal mehr und mal weniger hoch ist.
Wer z. B. Bungjee Jumping betreibt, wird sich darauf verlassen müssen, dass das Seil in Ordnung und der Endpunkt hoch genug über dem Boden ist und vielleicht alles auch noch vom TÜV abgenommen ist. Er weiß, dass er ein etwas höheres Lebensrisiko im Moment des Sprungs hat. Hat man das aber auch, wenn man sich auf eine Veranstaltung begibt, die man bisher vielleicht als Event auf den Straßen kennen gelernt hat und nicht in einem derart abgeschlossenen Raum mit einem derart beengten Zugang?
Es gibt drei Verantwortliche in dieser Tragödie:
1. Die Teilnehmer. Wer an solchen Veranstaltungen teilnimmt, muss das selbst verantworten können und mit entsprechenden Konsequenzen rechnen. Eigenverantwortung ist zwar in Deutschland fast ein Fremdwort, aber dennoch ein gewichtiger Teil.
2. Der Verantstalter: Wer solcherlei Events veranstaltet, muss sich über Grösse und Ausmass im Klaren sein. Man kann nicht mehr in eine Flasche füllen, als Platz drin hat, ohne dass Druck entsteht.
3. Die Behörden: Sie sind für die Sicherheit eines Anlasses verantwortlich und dienen als oberste Kontrollinstanz.
Und unterm Strich gibt's eben drei Verantwortliche. Und alle sollten Konsequenzen ziehen. Ob das nun grad ein politisches Köpferollen sein muss, sei dahingestellt (davon wird niemand wieder lebendig). Nur, dass das nicht wieder geschehen darf ist klar. Und dass die Behörden und der Veranstalter geschlampt haben, ist auch klar. Man braucht nicht Physiker zu sein, um zu sehen, dass ein solcher Veranstaltungsplatz ein riesiges Gefahrenpotential darstellte, zumal man auf Behördenebene eigentlich Szenarien wie etwa die Heysel-Stadion Katastrophe und deren Konsequenzen und Ansprüche kennen müsste (hätte die Loveparade in einem Fussballstadion oder in einem Kino stattgefunden, so wären die Sicherheitsrichtlininen bestens befolgt und durchgesetzt worden, hier ist mangelnde Flexibilität und mangelndes Denkvermögen auf Behörden und Veranstalterebene klar erkennbar).
Was die Eigenverantwortung betrifft, sollte eben klar sein, dass man sich informiert, bevor man irgendwo hingeht: Unfälle in den Alpen betrifft das genau gleich, wie Raftingunfälle oder eben Teilnehmer an Massenveranstaltungen. Hirn einschalten ist nicht verboten.
... seinen Anspruch auf Rente sichern. Jeder ist sich selbst der nächste. Wäre er ein Politiker gewesen, wäre er zurückgetreten. Später wird er sagen, er wäre abgewählt worden.
An erster Stelle steht jedoch offensichtlich, sich an das finanzielle sichere Ufer zu bringen.
Nein, er hat weder Druck ausgeübt, nichts nie unterschrieben, vielleicht etwas gesagt oder auch nur gewünscht etwas gesagt zu haben oder auch nicht. In wenigen Wochen wird er auch nie OB gewesen sein, er war schon immer nur CHRIST. Demokrat?
"Duisburgs Bürgermeister Adolf Sauerland weigert sich zurückzutreten. Er fürchtet, sonst die Schuld am Tod von 21 Menschen auf sich zu nehmen. Hat er recht?
Küppersbusch:
Als er anfing, sich zu weigern, waren es noch 19 Tote. Dieser Ringelreihen der Entseelten, die nun seit einer Woche gegenseitig den Rücktritt fordern: Drollig. Ich stelle mir vor, wer alles aufs Foto gewollt und jovial Huldigungen entgegengenommen hätte - wenn die LoveParade ein großes friedliches Fest, ein medial zu reklamierender Erfolg geworden wäre. Alle. Alle, die jetzt den jeweils anderen zum Rücktritt auffordern. Wären dann sehr gerne verantwortlich gewesen. Können sie nun sein. Weg mit denen." (taz 02.08.2010)
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