Nach dem überwältigenden CDU-Wahlsieg in Hamburg hat der Kanzler die Niederlage seiner Partei eingestanden. Die CDU freute sich über den guten Start ins Superwahljahr 2004. Wahlsieger Ole von Beust warnte seine Partei aber vor Übermut.

"Keine Frage, das Ergebnis in Hamburg ist schmerzlich für die SPD", sagte Schröder vor einer Sitzung des Parteipräsidiums in Berlin. Der angekündigte Führungswechsel an der SPD- Spitze habe sich offenbar noch nicht ausgezahlt, sagte er am Montag vor einer Präsidiumssitzung in Berlin. Trotz des Wahlausgangs werde aber am Reformkurs nichts geändert. Er sei ohne Alternative. Allerdings müsse dieser Prozess den Menschen noch sorgfältiger erklärt werden.

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Nach dem Gewinn der absoluten Mehrheit hat der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust die CDU vor Übermut gewarnt. Mit dem Ergebnis hätten die Wähler der CDU und ihm nicht nur einen großen Sieg geschenkt, sondern auch eine schwere Last auferlegt, sagte Beust der Bild-Zeitung.

Er freue sich über den Erfolg, der ihn aber "nicht übermütig" mache. "Konkret heißt das, dass ich auf dem Teppich bleibe und das auch meinen Parteifreunden rate. Wer glaubt, jetzt an die Tröge drängen zu können, irrt", sagte Beust.

Beust betonte: "Mit mir wird es keinen Filz geben." Für ihn zähle nur Leistung. Die CDU habe jetzt die alleinige Verantwortung für Hamburgs Zukunft: "Alles, was wir künftig tun werden, müssen wir allein verantworten", mahnte der Bürgermeister. "Alles Gute, aber auch, wenn etwas schlecht läuft."

CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer sprach im ZDF mit Blick auf die in diesem Jahr noch anstehenden Europa-, Landtags- und Kommunalwahlen von einem "guten Start" der CDU.

Nach dem CDU-Erfolg bei der Hamburger Bürgerschaftswahl hat CSU-Chef Edmund Stoiber eine härtere Opposition gegen die Bundesregierung angekündigt. Für CDU und CSU bedeute der Wahlsieg eine ganz erhebliche Erleichterung bei der Durchsetzung der eigenen Positionen, sagte Stoiber am Montag vor Beginn einer CSU- Vorstandssitzung in München. "Das ist ein erster großer Denkzettel für die Unfähigkeit der rot-grünen Koalition in Berlin."

Der geschlagene Hamburger SPD-Wahlverlierer Thomas Mirow wird möglicherweise in die Bundespolitik wechseln. Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte am Montag in Berlin vor einer Sitzung des Präsidiums, er erwarte, dass er mit Mirow auch künftig zusammenarbeiten werde, "in welcher Funktion auch immer".

Der SPD-Spitzenkandidat hatte nach dem Wahlabend angekündigt, er werde sich aus der Hamburger Politik zurückziehen. In Anspielung auf die Pläne des früheren Innensenators Ronald Schill sagte Mirow am Montag in Berlin, er werde sicher nicht nach Südamerika auswandern. Er stehe vielmehr weiter der SPD zur Verfügung.

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(dpa/AP/AFP)