Nach den gewaltsamen Ausschreitungen im Pariser Vorort Villiens-le-Bel will sich Präsident Nicolas Sarkozy mit seinen Ministern beraten. Außerdem besucht er verletzte Polizeibeamte.
Nach den nächtlichen Krawallen in Pariser Vorstädten mit 80 verletzten Polizisten hat Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy eine Krisensitzung einberufen.
In einer Krisensitzung will Staatspräsident Sarkozy über weitere Sicherheitsmaßnahmen sprechen. (© Foto: AP)
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Zahlreiche Jugendliche hatten in Villiers-le-Bel die zweite Nacht in Folge Steine und Brandsätze geworfen. Autos wurden angezündet, Dutzende Geschäfte beschädigt und teils geplündert. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein und nahm fünf Randalierer fest. Unter den verletzten Sicherheitskräften ist auch ein Beamter, der offenbar mit einem Jagdgewehr beschossen wurde.
Sarkozy will sich am Mittwoch unmittelbar nach seiner Rückkehr aus China mit Vertretern seiner Regierung zu dem Krisentreffen zusammensetzen. Nach Angaben seines Sprechers werden neben Ministerpräsident Francois Fillon und Innenministerin Michele Alliot-Marie auch Justizministerin Rachida Dati und der Staatssekretärin für Urbanismus und Stadtentwicklung, Fadela Amara, teilnehmen.
Innenministerin Alliot-Marie kündigte bereits harte Strafen an: "Wer auf Polizisten schießt, ist ein Verbrecher und wird dementsprechend verfolgt", sagte sie bei einem Besuch in Villiers-le-Bel. Sie erklärte zudem, Kriminelle hätten Jugendliche benutzt, um die Polizei von bestimmten Orten wegzulocken, um anschließend Geschäfte zu plündern.
Vorher will Sarkozy im Krankenhaus von Eaubonne den seit der ersten Krawallnacht schwer verwundeten Polizeikommissar besuchen sowie die Polizisten und Feuerwehrmänner, die bei den Unruhen verwundet wurden. Außerdem wird er den Bürgermeister von Villiers-le-Bel, Didier Vaillant, empfangen.
Entzündet hatten sich die Krawalle an dem Tod zweier Jugendlicher, die am Sonntag mit einem Polizeiwagen zusammengestoßen waren. Obwohl die Familien der Getöteten zur Ruhe aufriefen, gingen die Krawalle weiter. Ministerpräsident Fillon sicherte zu, der Tod der beiden jungen Leute werde vollständig und unparteiisch untersucht.
Die Unruhen wecken Erinnerungen an die Krawalle von 2005, die ebenfalls durch den Tod zweier Jugendlicher ausgelöst worden waren. Dabei wurden Tausende Autos in Brand gesetzt. Viele Franzosen warfen dem damaligen Innenminister Sarkozy vor, mit markigen Sprüchen die Krawalle angeheizt zu haben. Während der laufenden Unruhen mahnte Sarkozy zur Besonnenheit. Zudem waren 2005 die Unruhen in zahlreiche Gegenden übergeschwappt, während sie bislang eher begrenzt blieben.
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(sueddeutsche.de/Reuters/cag/gba)
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