Für den Chef der Londoner Polizei ist es "vollkommen klar", dass sich noch eine Gruppe von Terroristen in Großbritannien versteckt und weitere Anschläge plant. Innenminister Clarke erklärte, die britischen Behörden nähmen das Bekennerschreiben der so genannten Organisation der al-Qaida Dschihad in Europa "sehr ernst".

Nach den Worten von Scotland-Yard-Chef Blair ist es "vollkommen klar", dass sich noch eine Gruppe von Terroristen in Großbritannien versteckt. Diese plane weitere Anschläge im Land.

Der Chef der Metropolitan Police, Ian Blair - nicht verwandt mit Tony Blair. (© Foto: AFP)

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Auch der britische Innenminister Charles Clarke warnte vor neuen Anschlägen in London. Die Terroristen könnten abermals zuschlagen.

"Wir müssen das Risiko eines weiteren Anschlags ernst nehmen. Deswegen setzen wir alles daran, die Täter zu finden", sagte er der BBC.

Der Leiter der Anti-Terror-Abteilung von Scotland Yard, Andy Hayman, versicherte, alle Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz Londons seien getroffen; mehr könne nicht getan werden. Die deutliche Präsenz der Sicherheitskräfte an den Bahn- und U-Bahnstrecken sei "der Bedrohung angemessen".

Die Attentate auf drei U-Bahnzüge und einen Bus im Zentrum der britischen Hauptstadt trügen die Handschrift des Terrornetzwerks al-Qaida, sagte der britische Polizeichef Ian Blair in London. Die Polizei werde die Verantwortlichen "unerbittlich" jagen. Zugleich wies er die These von einem Selbstmordanschlag zurück.

Die Zahl der Toten stieg auf mehr als 50. Etwa 350 teils schwer Verletzte wurden am Freitag laut Polizei noch im Krankenhaus behandelt.

Mehrere Opfer der vier Explosionen in öffentlichen Verkehrsmitteln am Donnerstag konnten noch nicht geborgen werden, sagte Ian Blair. Er gehe jedoch nicht davon aus, dass die Gesamtzahl der Opfer dreistellig werde.

Handschrift der al-Qaida

Die britischen Behörden nähmen das Bekennerschreiben der bisher unbekannten "Organisation der al-Qaida Dschihad in Europa" "sehr ernst", sagte Innenminister Charles Clarke.

Allerdings werde bei der Fahndung nach den Tätern keine Richtung von vornherein ausgeschlossen, sagte Clarke im Fernsehsender Sky News. Es werde überdies sehr genau geprüft, ob bei der Arbeit der Geheimdienste möglicherweise Hinweise übergangen wurden. "Aber das glauben wir nicht", sagte Clarke.

Auch Polizeichef Blair nahm die Geheimdienste gegen Kritik in den Medien in Schutz. Der britische Außenminister Jack Straw hatte bereits am Donnerstag gesagt, dass al-Qaida hinter den Anschlägen vermutet werde.

"Absolut nichts lässt die Variante eines Selbstmordattentats vermuten", sagte Ian Blair. Ähnlich äußerte sich Hayman.

Die These vom Selbstmordanschlag sei durch nichts bewiesen. Die Explosion, die einem Doppeldecker-Bus das Dach weggerissen hatte, könne durch eine ferngezündete Bombe ausgelöst worden sein, die unter einem Sitz oder auf dem Boden platziert wurde. Die britische Presse hatte spekuliert, dass sich ein Attentäter in dem Bus in die Luft gesprengt haben könnte.

Die Terroranschläge waren am Donnerstag im morgendlichen Berufsverkehr in drei U-Bahnzügen und einem Bus im Zentrum Londons verübt worden. Nach Angaben Haymans enthielt jede der Bomben rund fünf Kilogramm Sprengstoff.

Vermutlich seien die Sprengsätze auf dem Boden der Zugwaggons deponiert worden. Nach Einschätzung eines ehemaligen Nato-Experten wurde vermutlich ein Plastiksprengstoff aus Militärbeständen verwendet.

Da die Bomben sehr klein gewesen seien, aber riesige Schäden verursachten, deute dies auf einen äußerst starken Sprengstoff hin, wie er von der Armee verwendet werde, sagte der Experte.

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(AFP)