Mehr Küstenschutz, eine nationale Sicherheitsbehörde, bessere Polizeiausbildung - Indien möchte seine Sicherheitsstandards systematisch hochrüsten.

Zwei Wochen nach den verheerenden Terroranschlägen von Mumbai hat die indische Regierung eine grundlegende Erneuerung der Sicherheits- und Geheimdienste des Landes angekündigt.

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"Wir können nicht einfach zur Tagesordnung übergehen" - der neue Innenminister Palaniappan Chidambaram kündigte eine deutliche Verbesserung der Sicherheitssysteme an. (© Foto: AP)

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Die Anti-Terror-Gesetze sollten verschärft und die Sicherheitsvorkehrungen an den Küsten verbessert werden, sagte der nach den Anschlägen ernannte Innenminister Palaniappan Chidambaram. Er kündigte außerdem die Einrichtung einer nationalen Ermittlungsbehörde sowie eine Verbesserung der Polizeiausbildung an.

"Angesichts der Natur der Bedrohung können wir nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergehen", sagte Chidambaram vor dem Parlament in Neu-Delhi. Manche Entscheidungen würden hart sein, aber das Land müsse sich der Herausforderung des Terrorismus stellen.

Chidambarams Ansprache war die erste umfassende Reaktion der Regierung auf die Anschläge. Regierung und Sicherheitsapparat waren nach dem Terrorangriff, der sich über drei Tage hinzog und 171 Menschenleben forderte, heftig kritisiert worden.

Außenminister Pranab Mukherjee forderte die Regierung in Pakistan vor dem Parlament auf, weiter entschlossen gegen Terroristen vorzugehen. Die Untersuchungshaft für den einzigen überlebenden Attentäter wurde unterdessen verlängert.

Zahlreiche indische Anwälte weigern sich offenbar, Mohammed Adjmal Kasab zu verteidigen. "Ich werde ihn nicht vertreten. Das ist gegen alle Werte der Menschlichkeit", sagte der Anwalt Dinesh Mota, der eine entsprechende Anfrage der Justiz abgelehnt hat.

Jamaat-ud-Dawa will gegen UN-Beschluss klagen

Der UN-Sicherheitsrat erklärte unterdessen die mit den Anschlägen von Bombay in Verbindung gebrachte pakistanische Gruppe Jamaat-ud-Dawa zur Terrororganisation. Die Gruppe gehöre zu der bereits 2002 verbotenen militanten Organisation Lashkar-e-Taiba, erklärte das höchste UN-Gremium am Mittwochabend in New York.

Der Chef der Organisation, Hafiz Mohammed Saeed, kündigte am Donnerstag in Lahore an, gegen die Entscheidung gerichtlich vorzugehen. Der UN-Beschluss sei ein verstecktes Vorgehen gegen religiöse Gruppen. Er forderte, Indien und die USA sollten zunächst Beweise vorlegen.

Der Sicherheitsrat stufte auch die vier mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge von Bombay als Terrorverdächtige ein. Gegen die vier sowie gegen die gesamte Jamaat-ud-Dawa wurden Sanktionen verhängt, darunter das Einfrieren aller Konten, ein Reiseverbot und ein Waffenembargo.

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(AP/cgu/gba)