Nach dem Parteitag der Demokraten Obama überholt Romney in Umfrage

Laut einer aktuellen Umfrage hat der Parteitag der Demokraten Präsident Barack Obama bei den Wählern landesweit wieder in Führung gebracht. Unklar ist jedoch noch, wie sich die jüngsten Zahlen vom Arbeitsmarkt auf den Wahlkampf auswirken werden.

Inhaltlich richtig aufschlussreich waren die Nominierungsconventions der beiden großen amerikanischen Parteien nicht. Eher emotional. Während die Republikaner vor allem aufzählten, was falsch läuft in ihrem Land, baten die Demokraten um Präsident Barack Obama die Wähler, ihr Vision von einem neuen Amerika vier Jahre weiter zu tragen - auch wenn es hart werde.

Einer aktuellen Umfrage vom Freitag zufolge steht Präsident Barack Obama im Zweikampf mit dem Republikaner Mitt Romney nun wieder besser da.

(Foto: AFP)

Wer besser um Stimmen warb, wird erst am 6. November endgültig feststehen. Direkt nach den Parteitagen scheint sich Obama in der Gunst der Wähler jedoch wieder knapp vor seinen republikanischen Rivalen Mitt Romney gesetzt zu haben. Nach einer am Freitag von Reuters und Ipsos veröffentlichten Umfrage liegt der Amtsinhaber nun mit 46 Prozent vor Romney, der mit 44 Prozent geführt wird. Am Vortag hatte noch der Republikaner mit einem Prozentpunkt vorne gelegen.

Ein weiterer Pluspunkt für die Demokraten: Weil Obama erst am Donnerstagabend in Charlotte zu seinen Delegierten sprach, dürfte der Effekt seiner Rede noch gar nicht in der Umfrage berücksichtigt sein. Obamas Ansprache war nach von mehr als 35,7 Millionen US-Bürgern live am Fernseher verfolgt worden, also etwas mehr als elf Prozent der Bevölkerung. Allerdings ist auch die Reaktion der Bürger auf die Zahlen zum Arbeitsmarkt vom Freitag in der aktuellen Umfrage noch nicht erfasst.

Kopf-an-Kopf-Rennen bis November

Laut Ipsos-Meinungsforscherin Julia Clark könne man aus der Umfrage dennoch bereits schließen, dass der dreitätige Parteitag der Demokraten in North Carolina Obama geholfen habe. Es bleibe jedoch dabei, dass das Rennen zwischen Obama und Romney bis zur Wahl sehr knapp sein werde. In den kommenden zwei Monaten werden die US-Wähler immerhin noch vier TV-Debatten, zahlreichen Wahlwerbespots und einer Vielzahl an publikumswirksamen Statements ausgesetzt.

Beide Kandidaten werden in den nächsten Wochen vor allem in den sogenannten swing states, den Staaten, in denen vorher noch nicht klar ist, ob sich Demokraten oder Republikaner durchsetzen werden, für sich selbst werben. Während Romney direkt nach der Convention in Florida nach Iowa und New Hampshire gereist war, flog Obama ebenfalls in diese beiden Bundesstaaten und traf am Samstag in Florida ein.

In Portsmouth in New Hampshire hatte er zuvor einräumen müssen, dass es bei der Schaffung von Arbeitsplätzen mit 96.000 neuen Jobs im Monat August nicht optimal läuft: "Wir wissen, dass es nicht gut genug ist", sagte Obama. "Wir müssen schneller Jobs schaffen, wir müssen das von der Rezession in diesem Jahr hinterlassene Loch schneller stopfen."

Sollte sich die langsam aber stetig fallende Arbeitslosenquote von aktuell 8,1 Prozent bis zum Wahltag am 6. November jedoch deutlich unter die Acht-Prozent-Marke bewegen, dürfte dies dem aktuellen Präsidenten weiter in die Karten spielen.