Nach Amokläufen Bundestag beschließt Waffenregister

Waffen und ihre Besitzer sollen in Zukunft zentral erfasst werden. Der Bundestag stimmte am Donnerstagabend für ein deutschlandweites Waffenregister. Zwar müssen Waffen bereits jetzt angemeldet werden - bislang waren diese Daten aber über 600 einzelne Behörden verstreut.

Zehn Jahre nach dem Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium hat der Bundestag beschlossen, ein deutschlandweites Waffenregister einzurichten. Das Parlament stimmte am späten Donnerstagabend für die Einführung eines zentralen Registers bis Ende dieses Jahres. Allerdings muss auch der Bundesrat dem Gesetz noch zustimmen, damit es in Kraft treten kann.

Bislang sind die Daten über genehmigungspflichtige Waffen bei 600 einzelnen Behörden gespeichert, die nicht miteinander vernetzt sind. Künftig soll schnell abrufbar sein, wer Besitzer einer Waffe ist und wo er diese gekauft hat. Das elektronisch angelegte Waffenregister soll beim Bundesverwaltungsamt angesiedelt sein.

"Der Weg einer erlaubnispflichtigen Waffe soll über den aktuellen Besitzer hinaus über etwaige Vorbesitzer bis hin zum Waffenhersteller oder Importeur zurückzuverfolgen sein", heißt es in dem Gesetzentwurf. Deutschland setzt damit vorzeitig eine EU-Richtlinie um, die vorsieht, dass spätestens bis Ende 2014 ein zentrales Waffenregister eingeführt wird.

Im Jahr 2002 hatte in Erfurt ein ehemaliger Schüler am Gutenberg-Gymnasium zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin und einen Polizisten erschossen, bevor er sich selbst tötete. Nach diesem Vorfall sowie nach dem Amoklauf von Winnenden (Baden-Württemberg) im Jahr 2009 war das Waffenrecht geändert worden. Auch die Forderung nach einem zentralen Waffenregister war wiederholt geäußert worden.