Nach Abzug der Bundeswehr Deutschland unterstützt Afghanistan mit 150 Millionen Euro

Ein "Meilenstein" in den deutsch-afghanischen Beziehungen: Kanzlerin Merkel und Präsident Karsai haben ein Partnerschaftsabkommen unterzeichnet. Darin ist geregelt, wie die Unterstützung für Afghanistan nach dem Abzug der Bundeswehr aussehen soll - auch finanziell.

Deutschland wird Afghanistan auch nach dem geplanten Abzug der Bundeswehr Ende 2014 umfangreich unterstützen. Unter anderem ist vorgesehen, die afghanischen Sicherheitskräfte ab 2015 mit 150 Millionen Euro pro Jahr zu finanzieren. Das sieht ein bilaterales Partnerschaftsabkommen vor, das Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der afghanische Präsident Hamid Karsai heute in Berlin unterzeichneten.

Der afghanische Präsident Karsai und Kanzlerin Merkel haben in Berlin vereinbart, wie beide Länder künftig zusammenarbeiten wollen.

(Foto: AFP)

Das Abkommen soll unter anderem die deutsche Hilfe bei Ausbildung und Wiederaufbau sowie die wirtschaftliche Zusammenarbeit regeln. Erst vor einigen Tagen hatte Karsai eine ähnliche Vereinbarung mit den USA unterzeichnet. Dazu war US-Präsident Barack Obama überraschend nach Kabul gereist.

Merkel sprach von einem "Meilenstein" in den beiderseitigen Beziehungen. Deutschland fühle sich dauerhaft einer guten Entwicklung in Afghanistan verpflichtet. "Das Schicksal Afghanistans liegt uns am Herzen", sagte die Kanzlerin. Merkel hatte den afghanischen Präsidenten am Mittag vor dem Kanzleramt mit militärischen Ehren empfangen.

Karsai bezifferte den Finanzbedarf für die Streitkräfte auf auf 4,1 Milliarden Euro jährlich und sagte, Afghanistan selbst wolle davon 500 Millionen übernehmen. Den Rest hoffe seine Regierung von den Partnern zu erhalten, erläuterte Karsai. Beim bevorstehenden Nato-Gipfel sollten "bestimmte Verpflichtungen genannt werden".

Beim Treffen der Militärallianz werde Merkel weitere 190 Millionen Dollar (umgerechnet 148 Millionen Euro) pro Jahr für die afghanischen Streitkräfte zusagen, hieß es in Regierungskreisen. Insgesamt sollen sich die Zahlungen der Nato auf mehr als vier Milliarden Dollar belaufen. Die USA als bislang größter Truppensteller wird vermutlich etwa die Hälfte des Geldes aufbringen.

Merkel und Karsai nehmen am Wochenende am Gipfeltreffen der Nato in Chicago teil. Gastgeber ist in diesem Jahr US-Präsident Barack Obama. Der Abzug der internationalen Kampftruppen - geplant für 2014 - und weitere Hilfen für Afghanistan gehören zu den wichtigsten Themen.