Mutmaßlicher Kriegsverbrecher Bosco Ntaganda Rebellenführer aus Kongo flüchtet in US-Botschaft

Er selbst nennt sich "Der Terminator" und soll für Massenvergewaltigungen und den Einsatz von Kindersoldaten verantwortlich sein. Nun ist der kongolesische Rebellenführer Bosco Ntaganda in die US-Botschaft in Ruanda geflohen - und will auf eigenen Wunsch vor den Internationalen Strafgerichtshof.

Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte mutmaßliche Kriegsverbrecher und Rebellenführer Bosco Ntaganda aus dem Kongo ist in die US-Botschaft in Kigali in Ruanda geflüchtet. Das teilte die ruandische Außenministerin Louise Mushikiwabo mit.

Ntaganda wird vom Internationalen Strafgerichtshof wegen zahlreicher Kriegsverbrechen gesucht. Er soll während des Bürgerkriegs im Kongo vor knapp zehn Jahren Verbrechen begangen haben, für die er in Den Haag angeklagt ist. 2009 wurde er in die Streitkräfte des Kongo integriert und erhielt dort den Rang eines Generals - trotz zahlreicher Dokumente über Kriegsverbrechen, die Ntaganda belasteten.

Das US-Außenministerium in Washington erklärte, dass Ntaganda selbst den Willen geäußert habe an den Internationalen Strafgerichtshof überstellt zu werden. "Wir arbeiten derzeit mit einigen Regierungen, darunter der ruandischen Regierung, um seine Bitte zu ermöglichen", sagte Außenamtssprecherin Victoria Nuland.

Erst vor Kurzem waren rund 600 Mitglieder der von Ntaganda gegründeten Rebellenorganisation M23 angesichts heftiger interner Kämpfe im Osten der Demokratischen Republik Kongo ins benachbarte Ruanda geflohen. Unter den geflohenen Rebellen befinde sich auch der kürzlich entmachtete M23-Präsident Jean-Marie Runiga, hatte Ruandas Außenministerin Mushikiwabo am Sonntag in Kigali mitgeteilt