Muslime in Deutschland Berlin finanziert Ditib wieder

Die Zentralmoschee in der Nähe der Ditib-Zentrale in Köln

(Foto: dpa)

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Imame des türkischen Religionsvereines wegen Spionage. Trotzdem will das Bundesfamilienministerium Ditib nach Informationen von SZ und WDR Gelder für Projekte auszahlen.

Obwohl die Spionage-Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gegen Imame von Ditib andauern, will die Bundesregierung den muslimischen Dachverband wieder mit mehr als einer Million Euro fördern. Nach Informationen von SZ und WDR will das Bundesfamilienministerium bereits bewilligte Gelder, die aufgrund der Vorwürfe zunächst zurückgehalten wurden, jetzt auszahlen.

In einem Brief, der SZ und WDR vorliegt, heißt es, Ditib-Vertreter hätten eine "strikte Trennung zwischen den geförderten Modellprojekten sowie den vom Ermittlungsverfahren Betroffenen" zugesichert.

Seit 2012 wurden Ditib-Projekte mit Fördergeld in Millionenhöhe durch verschiedene Bundesministerien unterstützt. Darunter waren Integrationskurse oder Projekte mit Jugendlichen. Im Dezember war bekannt geworden, dass einige Ditib-Imame den Auftrag erhalten hatten, in deutschen Moscheen Informationen über Anhänger der Gülen-Bewegung zu sammeln. Zehn der 16 Beschuldigten haben Deutschland verlassen.

Der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck kritisierte in der ARD-"Tagesschau" die Auszahlung der Gelder. Es sei "hochproblematisch", die Ditib in der jetzigen Situation weiter zu fördern. "Sie ist eine Tochteragentur einer Behörde in Ankara", sagte er weiter. Und sie habe in der Spionageaffäre gezeigt, "wo ihre Loyalitäten sind".

Ermittlungsverfahren gegen 20 mutmaßliche türkische Spione

Deutsche Behörden gehen einem Medienbericht zufolge dem Verdacht nach, dass die Beschuldigten Anhänger der Gülen-Bewegung bespitzelt haben sollen. mehr...