Muslimbrüder in Ägypten Mursi tauscht zehn Minister aus

Ägyptens Präsident Mursi hat sein Kabinett umfassend umgebaut. Drei neue Kabinettsmitglieder gehören der Muslimbruderschaft an. Mursi versucht damit der Wirtschaftskrise entgegenzuwirken, die seit dem Sturz des Langzeitmachthabers Hosni Mubarak anhält.

Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise in Ägypten hat Präsident Mohammed Mursi sein Kabinett umgebildet. Am Sonntag wurden zehn neue Minister vereidigt, wie staatliche Medien berichteten. Ersetzt wurden unter anderem Finanz-, Innen- und Verkehrsminister. Schon Ende Dezember, kurz nach dem ägyptischen Verfassungsreferendum, hatte Mursi angekündigt, er werde nun alle seine Anstrengungen auf die ägyptische Wirtschaft konzentrieren, "die sich enormen Herausforderungen gegenübersieht, aber auch große Wachstumschancen hat".

Drei neue Kabinettsmitglieder gehören der Muslimbruderschaft an, die auch Mursis politische Heimat ist. Die anderen sieben sind den Angaben nach unabhängige Technokraten. Mit der Wirtschaft Ägyptens geht es seit dem Sturz des Langzeitmachthabers Hosni Mubarak vor fast zwei Jahren steil bergab.

Eine der Ursachen ist der Mangel an politischer Stabilität, der abschreckend auf Investoren wirkt. In etwa zwei Monaten sollen die Ägypter ein neues Parlament wählen. Dabei droht dem islamistischen Präsidenten ein Denkzettel.

Die Kabinettsumbildung kommt kurz vor dem Besuch einer Delegation des Internationalen Währungsfonds (IWF). Dabei geht es um die wirtschaftliche Entwicklung und ein 4,8-Milliarden-Dollar-Darlehen. Zunächst hatte der IWF das Darlehen genehmigt, dann jedoch wegen einer Reihe von Steuererhöhungen gestoppt. Die Verhandlungen waren wegen der Unruhen im Dezember unterbrochen worden.