München NSU-Prozess verliert schon die zweite Richterin

  • Nach knapp drei Jahren verliert der NSU-Prozess seine zweite Richterin - Gabriele Feistkorn geht in den vorgezogenen Ruhestand.
  • Damit ist nur noch ein Ergänzungsrichter übrig.
  • Am Donnerstag sollen Beate Zschäpes Antworten auf die Fragen des Gerichts verlesen werden.
Von Annette Ramelsberger

Der NSU-Prozess zeigt Abnutzungserscheinungen. Er hat nach zwei Jahren und neun Monaten Prozessdauer nun schon die zweite Richterin verloren: Gabriele Feistkorn ging am 19. Januar in den vorgezogenen Ruhestand, wie der Vorsitzende Richter Manfred Götzl am Mittwoch mitteilte. Für sie rückt der Ergänzungsrichter Axel Kramer nach.

Davor, im Sommer 2014, war bereits die Richterin Renate Fischer zum Bundesgerichtshof gewechselt. Der Senat war im Mai 2013 wohlweislich mit gleich drei Ergänzungsrichtern gestartet, doch mittlerweile ist nur noch ein einziger übrig: Peter Prechsl. Ausgeschlossen ist nicht, dass auch er noch zum Einsatz kommt. Doch selbst dann ist immer noch die Arbeitsfähigkeit des Gerichts gewahrt.

Mehr als 50 Fragen an Zschäpe

Am Donnerstag will die Angeklagte Beate Zschäpe auf Fragen des Gerichts antworten - wieder schriftlich und verlesen von einem ihrer Anwälte, wie schon bei ihrer Erklärung im Dezember. Richter Götzl hatte mehr als 50 Fragen formuliert, die Antworten darauf haben Zschäpes Anwälte über Weihnachten mit ihrer Mandantin bearbeitet.

Der Angeklagte Wohlleben hatte bereits vergangene Woche Fragen beantwortet, der Angeklagte Carsten S. will auch noch Angaben machen. Die Angeklagten André E. und Holger G. lehnen jedoch nach wie vor weitere Angaben ab.