Mügelns Bürgermeister Deuse verteidigt sich und seine Stadt - ausgerechnet in der rechten Zeitung Junge Freiheit. Dort bezeichnet der FDP-Politiker Mügeln als "neues Sebnitz" und gibt dem Sommerloch die Schuld an der großen Medienaufmerksamkeit.
"Ich bin stolz darauf, ein Deutscher zu sein", sagt Mügelns Bürgermeister Deuse - und fügt hinzu, das ja nicht sagen zu dürfen, weil er sonst schon wieder in einer Ecke landen würde.
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Mügelns Bürgermeister Gotthard Deuse, Mitglied der FDP (© Foto: Reuters)
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Seit den ausländerfeindlichen Vorfällen in seiner Stadt verteidigt der FDP-Politiker Gotthard Deuse verzweifelt sich und seine Stadt. Und bringt sich mit Äußerungen aus der rechten Ecke und voreiligen Persilscheinen für seine Bürger immer mehr in Bedrängnis.
"Es wird von den Medien immer alles aus dem Zusammenhang gerissen", beklagte der Bürgermeister vergangene Woche auf sueddeutsche.de. Doch der vollständige Wortlaut des jüngsten Interviews in der rechtskonservativen Jungen Freiheit lässt Deuse nicht besser dastehen als seine Einzelaussagen.
Unterschied zwischen Ausländerfeindlichkeit und rechter Gesinnung
So argumentiert er zum Beispiel immer noch, dass es sich bei der Hetzjagd auf acht Inder beim Mügelner Volksfest möglicherweise um eine unpolitische Schlägerei gehandelt hätte. "Ich sage klipp und klar: Rechtsextremismus schließe ich aus."
Konfrontiert mit dem Argument, dass "Ausländer raus"-Rufe rassistisch seien, egal, wie die Prügelei begonnen habe, sagt er: "So eine rechtsstaatlich mangelhafte Unreflektiertheit ist doch ein Skandal!" Es bestehe ein Unterschied zwischen ausländerfeindlichen Parolen und Rechtsextremismus.
Gegen den Vorwurf, das Städtchen Mügeln sei rechtsradikal, argumentiert er, dass der Besitzer der Pizzeria ein integrierter Bürger sei. Nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung leben in Mügeln ansonsten praktisch keine Ausländer.
Mügeln als neues Sebnitz
Leute mit rechter Gesinnung gebe es dagegen, gibt Deuse auch im Interview mit dem rechten Blatt zu, doch "die gibt es überall."
Statt den Tätern weist der Bürgermeister die Schuld den Medien zu. Die hätten seiner Meinung nach so schnell von einer rechtsextremen Hetzjagd gesprochen, dass sie nun nicht mehr zurück könnten. Hier fände eine Vorverurteilung einer Stadt durch die Medien statt. Er sagt: "Insofern sehe ich Mügeln als neues Sebnitz."
Fall Joseph in Sebnitz
In der ostdeutschen Stadt Sebnitz war im Sommer 1997 der sechsjährige Joseph im Schwimmbad ertrunken. Schnell wurde in nahezu allen deutschen Medien berichtet, Neonazis hätten den Jungen ertränkt. Später ergab eine Untersuchung, dass Joseph an einem Herzstillstand gestorben war.
Dass soviel über die Vorfälle berichtet wurde, erklärt sich der Politiker mit dem Sommerloch. Darüberhinaus glaubt Deuse, dass die "Kampf gegen Rechts"-Atmosphäre die Aufklärung der Vorfälle verhindern könne. Zeugen, die der öffentlichen Beurteilung widersprächen, könnten sich nicht mehr frei äußern.
In der sächsischen Stadt Mügeln sind in der Nacht zum 19. August acht Inder auf einem Stadtfest von etwa 50 Leuten über den Marktplatz gejagt worden. Sie fanden schließlich Schutz in einer Pizzeria. Aus der Menge sollen ausländerfeindliche Parolen gerufen worden sein.
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(sueddeutsche.de)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
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Hans, Sie machen in Wiklichkeit Kabarett gell? ;-)))))))
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dass auch ein komplizierter Fall letztendlich aufgeklärt wird.
Die Leipziger Staatsanwaltschaft, die wegen der Ausschreitungen ermittelt, teilte am Freitag mit, eine "Hetzjagd auf Ausländer durch mehrere Straßen habe es nicht gegeben. Auch gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Attacke geplant war oder einen organisierten rechtsextremen Hintergrund hatte.
Aber auch die nicht geplanten spontanen Körperverletzungen, Drohungen und ausländerfeindlichen Ausschreitungen werden aufgeklärt und bestraft werden.
Es darf in Mügeln kein zweites Sebnitz geben.
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