Offiziell gilt der Waffenstillstand im Kaukasus, doch auf Frieden stehen die Zeichen nicht. Russland zerstört nach wie vor georgische Militärbasen und hält die Separatismusfrage ohnehin schon für beantwortet.
Die heiße Frage des Krieges im Kaukasus scheint vorerst beendet, doch an den Feinseligkeiten zwischen Russland und Georgien hat sich wenig geändert.
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Vor allem Moskau kostet seine militärische Überlegenheit aus. Georgische Medien berichten, dass russische Truppen nach wie vor im georgischen Kernland operieren.
So seien Soldaten erneut in die Hafenstadt Poti am Schwarzen Meer eingerückt, um dortige Radaranlagen unbrauchbar zu machen. Aus der Stadt Senaki vor der Grenze zum abtrünnigen Gebiet Abchasien berichtete der georgische Rundfunk, dass russische Verbände georgische Munitionslager ausräumten. In Gori, 60 Kilometer vor der georgischen Hauptstadt Tiflis, zeichnet sich die Übergabe der Stadt an georgische Behörden ab.
Über den Einsatz der russischen Militäreinheiten im georgischen Kernland gehen die Ansichten auseinander. Die georgische Führung sieht darin einen Bruch der am Dienstag vereinbarten Waffenstillstands-Erklärung. Russland dagegen begründet weitere Einsätze in Georgien mit der Notwendigkeit, zukünftige Gewalt zu verhindern.
Wie wenig sich Moskau um Tiflis schert, wird auch an den jüngsten Äußerungen des russischen Außenministers Sergej Lawrow deutlich. Der stärkte die beiden nach Unabhängigkeit strebenden georgischen Regionen Südossetien und Abchasien eindeutig den Rücken - auf Kosten von Georgien.
"Das Gerede über die territoriale Unversehrtheit Georgiens kann man vergessen", sagte Lawrow vor Journalisten. "Denn es ist meiner Ansicht nach unmöglich, Südossetien und Abchasien zu überreden, der Logik zuzustimmen, dass sie in den georgischen Staat zurück gezwungen werden können."
Zur gleichen Zeit wurde bekannt gegeben, dass Präsident Dmitrij Medvedjew die Führer der beiden separatistischen Regionen im Kreml zu einem Gespräch empfangen hat - und in die selbe Kerbe schlug wie sein Außenminister.
Russlands Position habe sich nicht geändert, sagte Präsident Dmitrij Medwedew bei dem Treffen. "Wir werden jede Entscheidung der Menschen in Südossetien und Abchasien unterstützen", wurde Medwedew von der russischen Nachrichtenagentur Interfax zitiert.
Die international nicht anerkannten Präsidenten der Regionen, Eduard Kokojty und Sergej Bagapsch, unterzeichneten in Anwesenheit des Kremlchefs den ausgehandelten Waffenstillstand.
Der russische Staatschef will es nicht bei diesem Papier belassen. Medwedjew forderte einen vertraglich fixierten Gewaltverzicht von Georgien.
Die Regierung in Tiflis müsse sich in einem Abkommen dazu verpflichten, ihre abtrünnigen Regionen Südossetien und Abchasien nicht anzugreifen. Dies sei wichtiger als Resolutionen oder Erklärungen der UN.
Das in der Krise vermittelnde Frankreich solle Georgien zu einem solchen Abkommen bewegen. Die international nicht anerkannten Präsidenten Südossetiens und Abchasiens wollten in Moskau den EU-Friedensplan unterzeichnen, den Frankreich am Dienstag vorgelegt hatte.
Auf die harte Kritik aus den USA reagierte Russland auf seine Weise. Washington solle künftig ihre Partner im Kaukasus sorgfältig auszuwählen. Die US-Regierung müsse sich eines Tages zwischen dem "virtuellen Projekt" Georgien und einer wirklichen Partnerschaft entscheiden, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Mittwochabend. Das Festhalten an Präsident Saakaschwili sei ein "gefährliches Spiel".
(AP/Reuters/odg)
Debatte über Militäreinsatz in Syrien
Sie hetzen ja schon wieder!
Haben Sie ein Problem mit Putin oder mit dem Ivan im allgemeinen?
Woher haben Sie die Zahl von in einer Nacht angeblich getoetetn 1400 bis 2000 Osseten (russische Propaganda-Quellen natuerlich ausgenommen) ?
Wenn Ihre uebrigen Behauptungen ebenso glaubwuerdig sind,dann weiss man, wie man Ihreren Kommentar einzuordnen hat.
(Erinnert mich uebrigens ein wenig - nein,nicht nur ein wenig - an die gute alte sowjetische Agitprop).
@tinus:
Die Georgier sollen von diesem Krieg, den sie seit Jahren vorbereiteten, überrascht worden sein?
Wie soll man so etwas glauben?
Was geschah denn in der Nacht vom 7. auf den 8.8., nachdem Saakaschwili eine Waffenruhe verkündete?
Die Hölle brach los über der unvorbereiteten Bevölkerung der südossetischen Hauptstadt, und bevor die Russen eingreifen konnten, waren 1400 bis 2000 Südosseten tot - durch das unausgesetzte Feuer der georgischen Raketenwerfer - und am Abend desselben Tages 30.000 gefüchtet.
Das war der kühl kalkulierte Zweck: die russenfreundliche Bevölkerung sollte vernichtet oder vertrieben werden, so dass man anschliessend einen osseten-freies Territorium besetzen und nutzen kann.
Das lässt sich recht klar aus der Kriegführung, wie sie von Georgien am 8.8. betrieben wurden - bevor die Russen ernsthaft im Spiel waren - schlussfolgern.
Hätten die Russen nicht massiv reagiert, wäre die Strategie nach ein paar Tagen erfolgreich ausfgegangen.
In der westlichen Presse wurden die Ereignisse des 8.8. sehr geschickt kaschiert und vertuscht, so dass die meisten die Legende glauben, vom armen David Saakaschwili und vom bösen Goliath Putin.
Wer auf dieser Schiene weiterfährt, dem steht noch ein böses Erwachen bevor.
"Sowas muss man doch, wenn man Krieg anzetteln will als allererstes bedenken!!!!! "
Ein interessanter Hinweis. Offenbar sind die Georgier vom Krieg auch ziemlich überrascht worden. Wenn sie ihn gewollt und geplant hätten, hätten sie sicher daran gedacht.
Warum sind wir naiv? Weil wir die Dinge hinterfragen?
Die Russen haben bis zum 8.8.2008 einzig und allein unkriegerische Mittel angewendet und waren damit erfolgreich. Kein einziger Südossete hätte die Pässe annehmen müssen. Dass sie im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtig wurden, ist ganz schön schlimm.
Die anderen Fragen können ihnen sicher die Geheimdienste verraten. Tja vielleicht gab es von georgischer Seite ja sogar einen "Staatsverrat". Ich habe mich auch schon gewundert, warum die Georgier nicht wenigstens ein paar Stunden lang den Tunnel zwischen Nord- und Südossetien unter Kontrolle gebracht haben. Sowas muss man doch, wenn man Krieg anzetteln will als allererstes bedenken!!!!!
Den hätte man dann das ganze Wochenende lang verteidigt und dann hätte kein einziger Südossete mehr dummes Zeug reden können.
Also Kinders, ihr seid hier alle ziemlich naiv.
Paging