Mit einer Umerziehungskampagne drangsaliert die chinesische Militärregierung die Mönche in Tibet. Sie sollen öffentlich dem Dalai Lama abschwören.
Razzien, Schläge und öffentliche Demütigungen durch chinesische Politkommissare gehören zu den Misshandlungen, gegen die Tibets Mönche nun rebellieren. Die chinesische Militärregierung in der Region hat eine Kampagne verstärkt, mit der die Mönche gezwungen werden sollen, öffentlich dem Dalai Lama abzuschwören.
Die Mönche in Tibet wehren sich gegen die zunehmende Repression durch China. (© Foto: AP)
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Für diese Kampagne der "patriotischen Erziehung" besuchen chinesische Arbeitsgruppen die Klöster, beziehen dort wochenlang Quartier und verhören und quälen die Mönche, berichten tibetische Augenzeugen per Telefon aus der für Journalisten weitgehend gesperrten Himalaya-Region.
Ein Vorfall, der sich bereits am 20. November vergangenen Jahres im Kloster Jesho Baikar ereignet hat, illustriert die Brutalität der Kampagne. Der 14-jährige tibetische Mönch Tsering Gyaltsen wurde verhaftet, weil er ein Foto des Dalai Lama um den Hals getragen hatte.
Bilder des von den Tibetern als Gottkönig verehrten, von Peking jedoch öffentlich als "Abspalter" und "Verräter" denunzierten Dalai Lama sind in Tibet verboten. Als sich der junge Mönch weigerte, öffentlich den Dalai Lama zu denunzieren, wurde er schwer geschlagen.
Wie zur Zeit der Kulturrevolution
Der 14-jährige Mönch lag später verletzt im Innenhof eines Regierungsgebäudes. Als ihm ärztliche Behandlung verweigert wurde, kam es zu Ausschreitungen. Die Chinesen reagierten mit Verhaftungen. Sie schickten 50 bewaffnete Bereitschaftspolizisten, um das Kloster zu besetzen.
Aus Protest verließen dann im Dezember alle 180 Mönche geschlossen das Kloster und suchten Hilfe in den Klöstern Sera und Drepung in Lhasa, wo in der vergangenen Woche die neuen Demonstrationen begonnen haben.
Die Kampagne zur "patriotischen Erziehung" ist nicht neu, wird jedoch in jüngster Zeit besonders hart umgesetzt. Offenbar auch aus Nervosität vor den Olympischen Spielen in Peking sind Parteizellen und Sicherheitskräfte in der Region angewiesen, mit harter Hand auf jeden noch so harmlosen Protest zu reagieren.
Die Mönche und Nonnen werden zu politischen Sitzungen gezwungen, die an die schlimme Zeit der Kulturrevolution unter Mao Zedong erinnern. Unter uniformierter Aufsicht müssen sie Aufsätze verfassen, in denen sie sich zu fünf politischen Grundsätzen zu bekennen haben.
Unter anderem muss Tibet als untrennbarer Teil Chinas beschrieben werden. Der Dalai Lama muss als "Verräter" und "Separatist" beschimpft werden. Besonders der letzte Punkt ist für die Mönche und Nonnen schwer erträglich.
Vertreibung aus den Klöstern
Als die Mönche in der vergangenen Woche in Lhasa auf die Straße gingen, forderten sie unter anderem die Rückkehr von Glaubensbrüdern, die bei "Prüfungen" in der Kampagne zur patriotischen Erziehung durchgefallen und von den Chinesen daraufhin zwangsweise aus den Klöstern vertrieben worden waren.
Der derzeitige KP-Chef in Tibet, Zhang Qingli, setze die schärfste Politik seit Jahren durch, urteilt der Tibetexperte Robert Barnett von der Columbia-Universität in New York. Er reagiere "selbst auf kleinste Proteste, als seien sie eine Gefahr und macht den Dalai Lama dafür verantwortlich".
Die Mönche fordern nun den Abzug der politischen "Arbeitsgruppen" und der bewaffneten Volkspolizisten aus ihren Klöstern, sowie die Freilassung ihrer von den Chinesen verhafteten Glaubensbrüder.
(SZ vom 17.3.2008/gal)
Szene München
schaut weg
weil geld wichtiger ist als menschenrechte und man den wichtigen handelspartner china nicht vor den kopf stossen will.......
genau wie bei israel........denen wird ja auch alles erlaubt.......
politik....münchhausen hätte seine wahre freunde gehabt, wie seine lügen in dieser kaste weiter entwickelt worden..