Holocaust-Opfer und Abtreibungszahlen: Der Vorsitzende der Bischofskonferenz Zollitsch attackiert den umstrittenen Vergleich von Walter Mixa - und betont, dass der Augsburger Bischof damit allein steht.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, hat den Augsburger Bischof Walter Mixa kritisiert, der die Zahl der Holocaust-Opfer mit der Zahl der Abtreibungen in Zusammenhang gebracht hat. "Der Holocaust ist etwas Furchtbares. Und es gibt gar keine Möglichkeit, den Holocaust einfach mit anderen Elementen zu vergleichen", sagte Zollitsch in der ARD.
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Bischof Walter Mixa steht wegen seiner Äußerungen zum Holocaust und Abtreibungen in der Kritik. (© Foto: dpa)
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Natürlich seien die Bischöfe, die sich von diesem Montag an zu ihrer Frühjahrs-Vollversammlung in Hamburg treffen, besorgt wegen der hohen Zahl der Abtreibungen. "Aber es wird immer wieder darauf ankommen, dass wir, wenn wir Vergleiche anstellen, die richtigen Proportionen treffen", betonte Zollitsch.
Es sei wichtig, dass sich die katholische Kirche klar vom Holocaust distanziere. Zollitsch kündigte an, dass Thema mit Mixa besprechen zu wollen. Mixa habe die Möglichkeit, seine Äußerung, die oft falsch verstanden worden sei, im richtigen Kontext klarzustellen.
Mixa hatte auf einer CSU-Veranstaltung im fränkischen Dinkelsbühl die Zahl der Holocaust-Opfer mit den in den vergangenen Jahren in Deutschland durchgeführten Abtreibungen in Verbindung gesetzt und damit Empörung ausgelöst.
Das Bistum Augsburg wies die Vorwürfe gegen Mixa "mit Empörung" zurück. Von einer Relativierung des "grauenvollen Unrechts gegen das jüdische Volk" könne überhaupt keine Rede sein, sagte Bistums-Sprecher Christoph Goldt. Mixa habe sich im Gegenteil in scharfer Form von der Leugnung des Holocausts durch den "Separatisten-Bischof" Richard Williamson distanziert und den Mord an über sechs Millionen Juden als entsetzliches und absolut singuläres Verbrechen bezeichnet.
In einem weiteren Zusammenhang habe Mixa dann darauf hingewiesen, dass auch in der Gegenwart Verbrechen gegen das Leben begangen würden, die höchste Wachsamkeit erforderten, und dabei unter anderem auch auf die Zahl der Abtreibungen in den vergangenen Jahrzehnten hingewiesen, die nach Expertenschätzungen inzwischen neun Millionen überschritten, erklärte der Sprecher. Daraus eine Relativierung des Holocausts durch den Bischof zu konstruieren, sei "absurd und bösartig".
Zollitsch hingegen betonte, angesichts des Streits um den umstrittenen Traditionalistenbischof und Holocaust-Leugner Williamson sei die Aussage Mixas eine "unmögliche Äußerung" hinter der keiner der deutschen Bischöfe stehe.
Er begrüße es, dass Papst Benedikt XVI. signalisiert habe, auf die Pius-Bruderschaft zuzugehen, wenn diese bereit sei, das Zweite Vatikanische Konzil voll anzuerkennen und sich der vollen Autorität des Papstes zu unterstellen. "Das ist die gemeinsame Position der deutschen Bischöfe".
Auf der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz werde er versuchen, das offene Gespräch zu ermöglichen und "zu einer noch besser nach außen verstehbaren Äußerung zu kommen".
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(ddp-bay/gal/ihe)
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Letztendlich ging es mir nur darum, ein bisschen Emotion in die unterkühlte Debatte zu bringen, und das ist mir anscheinend ganz gut gelungen. Kritik kann ich auch ganz gut vertragen. Ich bin weder Katholik, noch partout gegen Abtreibung, noch stimme ich mit wahrscheinlich 99% der Äußerungen von Mixa überein. Aber letztendlich sehe ich es trotzdem als seinen Job als Vertreter seiner Kirche an, auch polarisierend vor Strömungen zu warnen, die seinem Glauben widersprechen. Wenn sie sich nur ein wenig informieren, dann werden sie herausfinden, dass ein mittlerweile großer Teil der Abtreibungen in deutschen Großstädten aus einer gewissen Verhütungsmüdigkeit" (Zitat Landesverband Berliner Frauenärzte) resultiert. Und ich weiss nicht, ob wir auf diesen Trend stolz sein sollten. Wenn die Gesellschaft Ihre Pflicht ernster nehmen würde mit solch einem Thema verantwortungsbewusst umzugehen und junge Frauen darüber informiert, was es letztendlich für fatale Folgen auch für sie selbst haben kann, und wie einfach es ist, diesen Schritt im Vorfeld zu vermeiden, würde vielen Menschen großes Leid erspart werden. Und dann wären auch derartige Vergleiche wie der von Mixa überflüssig.
Es gibt zwei Typen von Holocaust-Leugnern und Opfer-Beleidiger: Der eine bestreitet den planmäßigen Mord, wie z.B. Williamson, ab, der andere ist gewiefter und zieht Vergleiche mit anderen Morddelikten oder sogar Abtreibungen in einem demokratischen Staat. Dass sich die gewieften Relativierer in führenden Ämtern in Staat und Kirche tummeln dürfen, ist eigentlich der Skandal, dagegen ist Williamson nur ein kleiner.
Die Äußerungen Mixas machen deutlich, dass Relikte des Antijudaismus noch immer unter Mitgliedern der deutschen Bischofskonferenz herumwabern. Ich erwarte von der Bischofskonferenz ein unmissverständliches Bekenntnis zu Nostra aetate und eine unzweideutige Willensbekundung, dem jüdisch-christlichen Dialog oberste Priorität einzuräumen!
Vom Papst erwarte ich bezüglich der Piusbruderschaft, dass er jetzt nicht mehr redet, sondern endlich handelt. Lange genug hat die Piusbruderschaft den Papst vor sich hergeschoben; der Papst muss nun ohne Wenn und Aber durch Taten Farbe bekennen; d.h. jede Fristverlängerung wird von der Piusbruderschaft als Schwäche ausgelegt. Ich erwarte vom Papst jetzt einen allerletzten zeitnahen Termin, bis zu welchem sich die Piusbruderschaft unmissverständlich zu allen (!) Konzilstexten zu bekennen hat oder die nochmalige und unwiderrufliche erneute päpstliche Exkommunikation!
Die Leute der Piusbruderschaft sind wie Neonazis und Rechtsextremisten - und denen reicht der Staat (Der Papst ist Staatsoberhaupt des Vatikans!) auch nicht die Hand. Es sind Fundamentalisten, die mit Inquisitionsmethoden und nackter Gewalt die Menschen entmündigen wollen, nur um den von ihnen definierten Heilswillen den Menschen aufzuoktroyieren. Diese Menschen würden uns in das allerfinsterste Mittelalter zurückführen; hoffentlich findet der Vatikan die Kraft, sich von diesen Menschen definitiv und für immer zu trennen!
Fundamentalisten, die den Glauben zur Ideologie erheben, dürfen keinen Platz in Führungspositionen im 21. Jahrhundert bekommen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die Opus-Dei-Leute in der Umgebung des Papstes nicht häufig ähnlich gestrickten Denkmustern anhängen!
Die angeblichen Mißverständnisse in der katholischen Kirche häufen sich in der letzten Zeit. Sicher alles Zufall *PahHumbug
Quote: Unterdessen wies das Bistum Augsburg die Kritik des Zentralrates der Juden in Deutschland an Mixa noch einmal als «abwegig und völlig überzogen» zurück. Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, hatte dem Bischof eine «Instrumentalisierung der Holocaust-Opfer» vorgehalten.
Das Bistum Augsburg erklärte am Montag, es handle sich um ein «Missverständnis». Der «angebliche Vergleich» der Abtreibungspraxis in Deutschland mit dem Holocaust sei überhaupt nur entstanden, weil Mixa zu Beginn eines Vortrages aus aktuellem Anlass und in scharfer Form jegliche Leugnung des Holocausts zurückgewiesen habe. Im weiteren Zusammenhang habe der Bischof dann darauf hingewiesen, dass es auch in der Gegenwart Verbrechen gegen das Leben gebe und dabei die Zahl der Abtreibungen von neun Millionen in den vergangenen 30 Jahren genannt. Wer versuche, daraus eine antijüdische Haltung zu konstruieren, diene nicht dem fruchtbaren und brüderlichen Gespräch zwischen Juden und Christen, heißt es in einer Bistums-Mitteilung. Unquote
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Soll sich künstlich echauffieren wer will - seien es die Berufsbetroffenen vom ZdJ, oder die Abtreibungsgroupies bei Emma.
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