Die US-Regierung hat nach Informationen der Washington Post Gespräche mit Iran ausgesetzt und erwägt eine Kursänderung ihrer Politik gegenüber Teheran mit dem Ziel, einen Volksaufstand gegen das dortige Regime zu erreichen.
Grund dafür seien zunehmende Hinweise darauf, dass in Iran untergeschlüpfte Al-Qaida-Terroristen hinter den Selbstmordanschlägen vom 12. Mai in Saudi-Arabien stecken könnten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Danach will Präsident George W. Bush am Dienstag mit Spitzenberatern über die mögliche neue Strategie beraten.
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Vor allem Pentagon-Vertreter drängten intensiv auf "öffentliche und private Aktionen", die zu einem Aufstand führen könnten, meldete das Blatt weiter. Das Außenministerium, das bisher eine Aufrechterhaltung von Kontakten befürwortet habe, sei nun "geneigt", einer Kursänderung zuzustimmen, sollte Iran bis Dienstag nicht "sichtbare" Schritte gegen die Terroristen im eigenen Land unternehmen.
Allerdings habe das Außenamt die Sorge, dass die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem Regime geringer sei als das Pentagon glaube und eine neue US-Strategie daher am Ende die Reformer in Iran schwächen könnte.
Vertreter beider Länder hatten sich in der Vergangenheit in Abständen getroffen, um über Fragen beiderseitigen Interesses zu sprechen. Nach den Anschlägen in Saudi-Arabien war das nächste anberaumte Treffen von den USA abgesagt worden.
Iran wies unterdessen den Vorwurf terroristischer Verbindungen erneut zurück. Teheran habe mit dem Kampf gegen den Terrorismus begonnen, bevor es die USA getan hätten, sagte Hassan Rowhani, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, nach Angaben des staatlichen iranischen Fernsehsenders IRIB. Die al Qaida sei "sehr gefährlichlich, und unser Feldzug gegen sie hat schon vor dem 11. September angefangen".
(sueddeutsche.de/dpa)
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