Mitgliederschwund bei der FDP Liberale Selbstauflösung

Nach den desaströsen Umfragewerten dürfte nun eine weitere Zahl den Unmut in der FDP über Parteichef Guido Westerwelle wachsen lassen: Die Liberalen verzeichnen den größten Mitgliederschwund seit zehn Jahren.

Wolfgang Kubicki wählte drastische Worte, als er vor knapp zwei Wochen mit einem Interview im Nachrichtenmagazin Spiegel die Führungsdebatte der FDP entfachte: Die Situation der Partei erinnere ihn an die Spätphase der DDR, die sei auch "implodiert". An der Basis habe die "Selbstauflösung schon begonnen".

Das Auf und Ab des Guido W.

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Kritiker hielten dem Fraktionschef der schleswig-holsteinischen Liberalen vor, maßlos übertrieben zu haben. Doch ganz aus der Luft gegriffen ist die Furcht vor der Selbstauflösung nicht: Tatsächlich hat die Partei den größten Mitgliederschwund seit zehn Jahren zu verkraften. Das berichtet die Berliner Zeitung.

Im Jahr 2010 gingen den großen FDP-Landesverbänden demnach zwischen vier und fünf Prozent ihrer Mitglieder verloren. Allein im mitgliederstärksten Landesverband Nordrhein-Westfalen, der Ende 2009 noch 17.899 Mitglieder zählte, gaben demnach seit Jahresanfang 1558 Männer und Frauen ihr Parteibuch zurück. Gleichzeitig traten nur 779 neue Mitglieder ein.

Die Statistik ist ein weiterer Nackenschlag für Parteichef Guido Westerwelle. Zahlreiche namhafte Freidemokraten fordern seinen Rücktritt, weil die FDP in Meinungsumfragen auf drei Prozent abgesackt ist. Der einst als "Leichtmatrose" verspottete Bundesvorsitzende konterte, er "verlasse das Deck nicht, wenn es stürmt".

Die FDP ist nicht die einzige Partei, die einen Mitgliederverlust zu verzeichnen hat. Auch bei der CDU und der SPD habe es mehr Aus- als Eintritte gegeben, heißt es in dem Bericht. Allerdings sei der Schwund bei den Liberalen deutlich größer. Die verloren demnach im Jahr 2010 2,5 Prozent ihrer Mitglieder, die Sozialdemokraten schrumpften um 1,5 Prozent.

Freund und Feind, Spreu und Weizen

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