Verteidigungsminister Struck hat im Fall der Misshandlungen in Coesfeld Konsequenzen angekündigt. Union und Grüne forderten Struck auf, im Verteidigungsausschuss Rede und Antwort zu stehen.

Peter Struck sagte: "Alle diejenigen, die dafür verantwortlich sind, werden entsprechend auch zur Rechenschaft gezogen." Nach Ministeriumsangaben wird nach dem Strafgesetz wegen Misshandlung von Untergebenen sowie entwürdigender Behandlung ermittelt.

Stellung beziehen soll Struck im Verteidigungsausschuss. (© Foto: Reuters)

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In einer Ausbildungskompanie im nordrhein-westfälischen Coesfeld sollen Soldaten rund 80 Untergebene bei vier Übungen im Sommer misshandelt und gequält haben. Inzwischen wird gegen 20 Unteroffiziere und einen Hauptmann ermittelt. Alle wurden suspendiert und dürfen keine Uniformen mehr tragen.

Struck und die Union gehen von einem Einzelfall aus. Doch der Grünen- Politiker Winfried Nachtwei sagte der Berliner Zeitung, bei so vielen Beschuldigten "steckt der Wurm in einer ganzen Einheit".

Die Vorgesetzten sollen ihre Opfer gefesselt und ihnen Stiefelsäcke über den Kopf gezogen haben. In einem Fall stehe fest, dass ein Soldat mit Stromstößen aus der Induktionsspannung eines Feldfernsprechers gequält wurde. Die Ermittlungen seien vermutlich langwierig, weil viele der Betroffenen mittlerweile auf Bundeswehr-Standorte in ganz Deutschland verteilt seien, sagte Schweer.

Struck sagte: "Es ist völlig eindeutig, dass die verantwortlichen Ausbilder ihren Dienst schwer verletzt haben, das in keiner Weise von uns toleriert werden kann und wir die entsprechenden Maßnahmen ergriffen haben."

Der Minister machte aber deutlich, dass es sich seiner Ansicht nach um intolerable Ausbildungsmethoden und nicht um "Folter in dem Sinne, dass von Gefangenen Informationen erpresst wurden", handelt. Nach den Foltervorwürfen gegen US-Soldaten im Irak hatte Struck erklärt: "Deutsche Soldaten foltern nicht." Nachtwei nannte das nun eine "vollmundige" Behauptung.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Reinhold Robbe (SPD), warnte indessen vor einer Dramatisierung. Die Vorgesetzten hätten sofort richtig gehandelt, als sie von dem Fall erfuhren, sagte er der Berliner Zeitung.

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(dpa)