Ein Missbrauchsfall nach dem anderen kommt ans Licht. Es zeigt sich: Für die Kirche zählt der schöne Schein noch immer mehr als das Wohl der Kinder.
Wer durch deutsche Landschaften geht, erfährt an jeder Ecke, wie sehr das Christentum dieses Land geprägt hat: An den Autobahnen laden Kapellen zur Rast. An Wegen wachen Marienstatuen über die Wanderer. Auf den Bergen ragen Gipfelkreuze in die Höhe, und zumindest im Süden der Republik hängen Kruzifixe in Klassenzimmern und Gerichtssälen.
Eliteinternat Ettal: Wo Autorität und Gehorsam viel bedeuten und kritische Fragen als unbotmäßig gelten, dort wird besonders hartnäckig geschwiegen und vertuscht. (© Foto: dpa)
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Wenn Politiker das christliche Abendland preisen, dann klingt das zwar aufgesetzt, aber falsch ist es nicht: Deutschland ist tief geprägt von seiner christlichen Geschichte. Staat und Kirche sind in einem Maße miteinander verwoben, wie es in vielen anderen europäischen Ländern unvorstellbar ist. Der Staat zieht die Kirchensteuer ein, er zahlt aus Steuermitteln das Gehalt der Bischöfe, er gibt Geld für jeden kirchlichen Kindergartenplatz.
Auch deshalb trifft die Missbrauchskrise die katholische Kirche mit besonderer Härte. Fast täglich bekennen sich Priester und Ordensleute nun dazu, dass sie Kinder missbraucht und geschlagen haben, dass sie davon gewusst, aber die Polizei nicht informiert haben.
Das erschüttert eine Gesellschaft, die bisher großes Vertrauen in die Erziehungsleistung der Kirche setzte: Noch immer wächst die Zahl der Schüler in katholischen Internaten, weil sich die Eltern dort besondere Fürsorge für ihre Kinder versprechen.
Bisher galt auch das Kloster Ettal als Vorzeige-Internat - nun stellt sich heraus, dass ein Pater Kinderpornos herunterlud, die Bilder von halbnackten Schülern auf Pädophilen-Seiten ins Internet stellte und Schüler systematisch verprügelt wurden. Statt Aufklärung zu fordern schließen sich viele Ehemalige lieber eng zusammen und beteuern sich gegenseitig, dass alles doch gar nicht so schlimm gewesen sei.
Natürlich betonen die betroffenen Internate, Orden, Bistümer, wie leid ihnen das alles tue, wie sehr sie sich schämten. Doch das alles ist so lange Schall und Rauch, solange man zum Kern des Problems nicht vordringt. Wo Autorität und Gehorsam viel bedeuten und kritische Fragen als unbotmäßig gelten, dort wird besonders hartnäckig geschwiegen und vertuscht.
Noch viel zu häufig halten selbst die Betroffenen das Bild von der unversehrten Gemeinschaft hoch, fühlen sich als Elite. Dass solche geschlossenen Systeme zur Verletzung der Privatsphäre geradezu einladen, das wird noch immer nicht erkannt. Wer sich als Elite fühlt, der kann nicht Opfer sein.
Auch die Kirche ist nicht wirklich bereit, Konsequenzen zu ziehen. Noch immer will sie lieber erst intern prüfen, ob ein Verdacht auf Missbrauch zutrifft. Noch immer will sie im Stillen entscheiden, ob man einen Verdacht an die Staatsanwaltschaft weiterleitet.
Es gibt keine Anzeigepflicht für sexuellen Missbrauch, in der Kirche nicht und auch bei Jugendämtern nicht. Aber eine Schule oder eine Behörde, die es ernst meint mit der Fürsorge, schaltet frühzeitig die Staatsanwaltschaft ein.
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Müll am Fluss
Danke für die Exegese. Meine Auslegung der Worte des Paulus ist schlicht die, dass er sexuelle Praktiken zwischen Männern verwarf. Für ihn war die körperliche Liebe zwischen Frau und Mann natürlich, andere sexuelle Praktiken sah er als unnatürlich an. Darum auch seine Worte:
... denn sowohl ihre Weiber haben den natürlichen Gebrauch in den unnatürlichen verwandelt, als auch gleicherweise die Männer, den natürlichen Gebrauch des Weibes verlassend, in ihrer Wollust zueinander entbrannt sind, indem sie Männer mit Männern Schande trieben, und den gebührenden Zorn ihrer Verirrung an sich selbst empfingen. Römer 1:26-27
Persönlich halte ich die Homosexualität für ein Störung, für eine seelische Fehlprägung.
Die Gesamtheit des Homo sapiens, einschließlich des Teils, welcher hinter seiner Maske existiert, zeigt jedoch bei sehr vielen Menschen seelische Störungen an, erkennbar, wenn ihre Konventionen oder Moralvorstellungen nicht mehr kanalisiert werden und ungehindert aus dem Menschen herausdrängen. Wer das erkannt hat, wird nun nicht wiederum unvernünftig auf die Homosexuellen eindreschen, also richten, bzw. mit Steinen werfen.
Die Existenz einer Seele im Menschen ist von Forschern weltweit quasi wissenschaftlich nachgewiesen, in dem Sinn, dass ihr Vorhandensein begründet und nachvollziehbar ist. Dieses Emotions- und Energiebündel ist speicherfähig, d. h., nachhaltige Empfindungen, Gedanken und Taten können in diesem Buch des Lebens gespeichert werden. Die Seele ist letztendlich dominierend, sie strahlt in den Körper ein.
Daher wird auch die These vertreten, dass Homosexualität ein Bestandteil der Seele ist, die im Menschen ihre Wirkung entfaltet. Die frühe Verbindung der Seele mit dem Körper kann somit auf die Entwicklung der Gene Einfluss nehmen. Fazit: ... Denn was irgendein Mensch sät, das wird er auch ernten. (NT, Paulus, Galater 6:7) Siehe auch: www.minerva79.de
Na ja, Prügelstrafe würde ich es nicht nennen.
Aber bis Anfang der 80er Jahre ging ich noch in der DDR zu Schule,und mir wurden regelmäßig die Ohren langgezogen,und in den Hintern getreten.
Es liegt zwar nahe zu behaupten, die Kirche kümmere sich gar nicht/zu wenig um Aufklärung, es stimmt mMn so aber nicht, Frau Ramelsberger. Erstens ist diese Welle der Aufklärungen von der Kirche selbst angestoßen worden, konkret von den jetzt leitenden Jesuiten des Canisius-Kollegs, die nach einem Hinweis von sich aus und ohne staatlichen Druck brieflich Kontakt zu ehemaligen Schülern aufnahm, um eventuelle weitere Opfer zu finden.
Auch die Art und Weise, wie die Jesuiten (und auch z.B. in Ettal) nun tatsächlich versuchen, den Opfern gerecht zu werden (man lese dazu z.B. die Interviews von Rektor Mertes SJ), ist mehr als respektabel. In meinen Augen ist dies der entscheidende Punkt einer ehrlichen Aufklärung: Ist die Täterseite bereit, den Opfern jetzt zu glauben, sie jetzt zu achten, ihre Würde jetzt wieder herzustellen, jetzt die Verantwortung zu übernehmen? Nach meiner Erfahrung ist dies für Opfer selbst wesentlich wichtiger, als etwaige von der Öffentlichkeit geforderte strafrechtliche Konsequenzen, noch dazu, wo die meisten Fälle ja offenbar verjährt sind. Bei den Jesuiten und in Ettal scheint mir dies der Fall zu sein (über die anderen Fälle weiß ich schlicht zu wenig)
Bei aller berechtigten Kritik sollten diese Bemühungen nicht unter den Tisch fallen.
wird bei den Mißbrauchsfällen durch die katholische Kirche sehr deutlich. Seit Jahren dulden und unterstützen alle Bundesregierungen einen rechtsfreien Raum, genannt kirchliche Einrichtungen. Es werden im Rechtsstaat rechtsfreie Zonen zugelassen: So sind die Kirchen nicht an Arbeits- und Sozialrecht für ihre Mitarbeiter gebunden. Gewerkschaften dürfen keine Tarife aushandeln oder zum Streik aufrufen. Straftaten, wie hier der sexuelle Mißbrauch von Schutzbefohlenen, werden nicht angezeigt und vom Staat verfolgt. Ja seit Jahren weiß die Bundesregierung davon, daß der Vatikan mit der Unterschrift des jetzigen Papstes die Kirchen anweist, solche Fälle streng geheim zu halten. Das ist eine Aufforderung zur Strafvereitellung im Amt. Und diese Ämter, die eine Strafvereitelung decken, bezahlt der Staat noch mit Steuermitteln. Es müssen Reformen her: Strickte Trennung von Kirche und Staat, auch finanzell; Durchsetzung des Grundgesetzes auch in kirchlichen Einrichtungen, Keine öffentlichen Bildungseinrichtungen unter Führung von Kirchen oder dem Islam.
Betrachtet man die Reaktionen hoher Geistlicher bekommt man den Eindruck, dass dort Unverständnis herrscht über das Murren der Schafe. Schließlich hat die Kirche seit der gewaltsamen Zwangsmissionierung im 5. Jahrhundert ihre Macht immer wieder gegen Menschen gerichtet. Die Frauen, in der vorchristlichen Gesellschaft von hohem gesellschaftlichem Rang, wurden, wenn sie sich nicht zu rechtlosen Haussklavinnen machen liessen, sondern weiter als Heilerinnen und Seherinnen tätig waren als Hexen verfolgt, gefoltert und auch geschändet. Das lief über 1000 Jahre so. Die sexuellen Perversionen in den Hexenverfolgungen sind historisch belegt. Kinder dienten oft Bischöfen und dem Klerus als "Gespielen". Auch das ist belegt. Was in den Klöstern, die jahrhundertelang als Unterdrückungsinstrument für unbequeme Geister dienten vor sich ging möchte ich ehrlich gesagt nicht genau wissen. Hat die Kirche sich jemals für all das entschuldigt? Hat sie ihre Schuld gegenüber den hundertttausenden bestialisch gefolterten Frauen und Männern, die mehrheitlich die alten Götter verehrten und Heilkunde betrieben eingestanden? Von der christlichen Conquista in Südamerika mal ganz zu schweigen.
Wir haben hier kein neues Phänomen, sondern die Fortsetzung von jahrhundertelangem Machtmissbrauch.
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