Der Verfall der Sozialdemokraten ist offenbar nicht zu stoppen: Laut einer Forsa-Umfrage würden nur noch jeder fünfte Wähler der Partei ihre Stimme geben. Bei Männern liegt die SPD nun gleichauf mit der Linkspartei. Vernichtend sind die Werte für SPD-Chef Kurt Beck - dem nur eine Hoffnung bleibt.
Die SPD ist in der Wählergunst der Deutschen auf ein neues Rekordtief gefallen. In der wöchentlichen Umfrage des Magazins Stern sowie des Fernsehsenders RTL stürzte die Partei auf 20 Prozent ab. Es ist der niedrigste Wert, den das Forsa-Institut je für die Sozialdemokraten gemessen hat.
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Seine Partei und seine eigenen Werte bleiben im Tief: SPD-Chef Kurt Beck. (© Foto: Reuters)
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Wie dramatisch die derzeitige Situation für die Partei ist, zeigt ein Blick auf die Wahlabsichten der Männer, wo die SPD gleichauf mit der Linkspartei liegt: 17 Prozent der Männer gaben an, sie wollten die SPD wählen, ebenfalls 17 Prozent entschieden sich für die Linkspartei, fast ebenso viele (16 Prozent) für die FDP.
Rekordwert für die Linkspartei
Die Union hingegen kam auf 36 Prozent. Auch die drei kleinen Oppositionsparteien konnten sich verbessern: Die Linkspartei kletterte auf 15 Prozent, ihren bislang höchsten Wert. Die FDP gewann ebenfalls hinzu und kommt auf 13 Prozent, die Grünen erreichen 12 Prozent. Für "sonstige Parteien" entschieden sich 4 Prozent der Befragten.
Einen Hoffnungsschimmer gibt es aber noch für die Genossen: Die Umfrage, für die 2501 Deutsche ausgewählt wurden, fand vor dem Zukunftskonvent in Nürnberg statt. Dort hatte Kurt Beck versucht, das Profil der Partei zu schärfen und sich für eine Ampelkoalition ausgesprochen.
Forsa-Chef Manfred Güllner bezeichnete den SPD-Wert als einen "bis jetzt nicht für möglich gehaltenen Tiefpunkt". Geschadet habe der Partei unter anderem die Ankündigung ihrer Präsidentschafts-Kandidatin Gesine Schwan, um die Stimmen der Linken werben zu wollen. Güllner zum Stern: "Viele Wähler fürchten, dass entgegen allen Beteuerungen von Parteichef Kurt Beck mit ihrer Kandidatur ein Signal für ein bundesweites Zusammengehen mit der Linkspartei gegeben wird."
Union und FDP werden durch die Kampfansage an ihren Präsidentschafts-Kandidaten, den amtierenden Bundespräsidenten Horst Köhler, gestärkt. Mit zusammen 49 Prozent liegen sie wieder klar vor dem linken Wählerlager (SPD, Linke, Grüne), die gemeinsam auf 47 Prozent kommen.
Auch für SPD-Chef Kurt Beck sind die Umfragewerte verheerend. Nach Angaben der Internetausgabe des Stern würde er bei einer Direktwahl des Kanzlers nur 11 Prozent der Stimmen bekommen. 60 Prozent der Befragten hingegen würden Angela Merkel wählen. Selbst SPD-Mitglieder wenden sich von ihrem Vorsitzenden ab. 27 Prozent würden für die Kanzlerin votieren, lediglich 19 Prozent stehen hinter Beck und 54 Prozent für keinen von beiden.
Laut "stern.de" sieht es für Beck besonders schlecht bei bestimmten Wählergruppen aus. Bei Bayern, Senioren, Beamten und Selbständigen liegt die Zustimmung für Beck unter zehn Prozent.
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(sueddeutsche.de/cag/mati)
Die Ärzte in München
Diese wie auch alle anderen Umfragen sind teilweise das Papier nicht wert.
Die Veröffentlichung und das Drumherum dieser Umfragen sollen ein Ergebnis bringen, nämlich potenzielle Wähler einstimmen. Wer möchte schon zu den Verlierern gehören?
Indem die SPD nunmehr immer wieder als Verlierer dar steht, sollen die Unentschiedenen eingestimmt werden.
Letztendlich gibt es immer noch diese Pattsituation zwischen den Lagern. Strategisch versucht man nunmehr immer wieder die "Linke" auszuklammern um eine rechte Mehrheit zu suggerieren. Ein böses Spiel in unserer Demokratie, welches diese nachhaltig beschädigen kann. Vielleicht läuft es ja wieder auf das "kleinere Übel" hinaus.
Also noch einmal, die Umfragen sind nichts aber auch gar nichts wert.
Am Auffälligsten aber die Tatsache, wie weit sich die ehem. Volkspartei von der Partei Bebels, Schumachers, Brandts entfernt hat.
Die Reden, die Kurt Schumacher damals gehalten hat, brächten ihn heute glatt ins Gefängnis.
Als Tanzbär der Medien, des Zeitgeistes und der EU ist die SPD ganz gut- gesellschaftlichen Fortschritt würde ich aus der Richtung nicht mehr erwarten.
Wers glaubt wird selig heißt es wohl. Dass der Stern schon seit einigen Jahren versucht Schwarz-gelb herbeizuschreiben (allen voran Herr Jörges) ist ja wohl nichts neues. Interessanterweise kommt der ARD Deutschland-Trend auf ganz andere Zahlen, zwar liegt auch hier die SPD bei nur 27 Prozent, aber Schwarz-Gelb kommt zusammen nur auf 47%. Die Union auf 37 die FDP auf 10, SPD 27, Linke 12, Grüne 10. Was Forsa und Stern hier treiben ist nur allzu durchsichtig!
Verstehe auch nicht, warum sich so viele den Kopf für oder um die abgehalfterte Tante SPD machen.
Links (SPD) ist da, wo der Daumen rechts sitzt.
Warum wirst Du in den Umfragen so abgestraft? An der Regierungsarbeit kanns nicht liegen, die Union kommt ja auf über 40 Prozent.
Liegts am Eiertanz um die Frage: wieverfährt die Partei mit den Linken? Das Volk liebt bekanntlich die Standhaften - selbst wenns in den Abgrund führt.
Liegts daran, dass Amt und Silberrückencharme von Steinmeier besser ankommen als der bräsige aber fähigere Kurt Beck?
Liegts am "Momentum", gegen das auch eine Hillary keine Chance hatte?
Oder liegts nur einfach daran, dass die Partei sich mit Schroeder viel zu weit von ihren Wurzeln - Bebel, Schumacher, Brandt entfernt hat.
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