Miserable Umfragewerte Hollande bricht Unbeliebtheits-Rekord

Élysée-Chef im Umfragetief: Nur 20 Prozent der Franzosen sind mit der Arbeit von François Hollande zufrieden.

Nur jeder fünfte Franzose ist einer Umfrage zufolge noch mit der Arbeit des amtierenden Präsidenten zufrieden. François Hollande ist damit der unbeliebteste Präsident der Fünften Republik in Frankreich.

Ständige Steuererhöhungen, brodelnder Volkszorn und zaghafte Regierungsweise: Kein französischer Präsident ist seit Beginn der Fünften Republik so unbeliebt wie François Hollande. In einer von der Sonntagszeitung Journal du Dimanche veröffentlichten Umfrage kam der amtierende Élysée-Chef auf 20 Prozent - nur jeder fünfte Franzose sei mit dessen Arbeit zufrieden.

Das Ifop-Institut misst seit dem Start der Fünften Republik 1958 die Popularität der Staatschefs. Den bisherigen Negativrekord hielt Hollandes sozialistischer Vorgänger und geistiger Ziehvater François Mitterrand, der im Dezember 1991 auf 22 Prozent gesunken war, schreibt die Zeitung.

Hollande ist seit Mai 2012 im Amt, seitdem ist seine Beliebtheit kontinuierlich gesunken. In der Ifop-Erhebung wurde gefragt, ob die Bürger eher zufrieden oder eher unzufrieden mit seiner Amtsführung sind. Im Oktober hatten noch 23 Prozent angegeben, sie seien mit Hollande zufrieden. Der niedrigste Wert für Hollandes Vorgänger Nicolas Sarkozy hatte im April 2011 bei 28 Prozent gelegen.

Hollande werden Zögerlichkeit und Unentschlossenheit vorgeworfen. Der Präsident wird auch für die schlechte wirtschaftliche Lage mitverantwortlich gemacht. Die Bürger befürchten, von der stark angestiegenen Steuerlast erdrückt zu werden. Sie trauen ihrer Regierung nicht mehr zu, die Konjunktur wieder anzukurbeln, denn Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit wachsen weiter.

Der Volkszorn entlud sich zuletzt vor allem in der Bretagne in Protesten gegen Massenentlassungen und die Öko-Maut für Lastwagen - am Samstag blockierten deswegen wütende Lastwagenfahrer im ganzen Land Autobahnen und Landstraßen.