Premier Prodi gerät immer stärker unter Druck: Justizminister Mastella tritt zurück, seine Partei verlässt überdies die Koalition.

Die Regierung des italienischen Ministerpräsidenten Romano Prodi hat am Donnerstag einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. Justizminister Clemente Mastella bestätigte in Rom seinen Amtsverzicht und erklärte zugleich den Rückzug seiner Partei UDEUR aus der Regierung.

Muss um den Fortbestand seiner Regierung bangen: Romano Prodi

Muss um den Fortbestand seiner Regierung bangen: Romano Prodi (© Foto: AP)

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Prodi, dessen Mitte-links-Regierung nur über eine knappe Parlamentsmehrheit verfügt, ist auf die Unterstützung der UDEUR angewiesen. Diese will der Regierung nun nur noch von Fall zu Fall Gefolgschaft leisten.

Der wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck stehende Minister äußerte sich vor Journalisten in Rom, nachdem Regierungschef Romano Prodi sein Rücktrittsgesuch am Mittwoch zunächst abgelehnt hatte. "Ich bestätige diesen Rücktritt, um meine Würde und meine Ehre zu wahren", sagte Mastella.

Nach Informationen der Zeitung Corriere della Sera wird Prodi selbst das Justizministerium übergangsweise leiten. Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa ermittelt die Justiz in der süditalienischen Region Kampanien gegen Mastella, dessen Frau sowie mehr als 20 weitere Verdächtige wegen Korruption und Unterschlagung.

Konkret wird Mastella nach Angaben von Ansa vorgeworfen, einen Angehörigen in einen einflussreichen Posten manövriert zu haben. Mastellas katholische UDEUR gehört landesweit zu den Kleinstparteien. In der süditalienischen Region Kampanien verfügt sie jedoch über einen guten Rückhalt.

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(AFP/bica)